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Vorliegendes Buch war Dr. Sándor Ferenczi als literarisches Geschenk zum 60. Geburtstag zugedacht. Seine Schüler und Freunde wollten damit zeigen, was er ihnen bedeutet, was alles sie dem Anreger und Führer der ungarischen psychoanalytischen Bewegung, dem Begründer der ungarischen psychoanalytischen Vereinigung verdanken. Er hat seinen 60. Geburtstag nicht mehr erlebt; so wurde aus dem Werke der Feier ein Buch der Pietät und Erinnerung.
Das Werk besteht aus 5 Teilen. Der erste Teil mit dem Titel „Allgemeine psychoanalytische Psychologie“ enthält vier Abhandlungen.
Die erste ist eine durch zahlreiche Beispiele illustrierte ethnologische Arbeit von Dr. Géza Róheim: „Der primitive Mensch.“ Der primitive Mensch stellt eine weniger retardierte Menschenform dar. Höhere Entwicklung und Verlängerung des Kindesalters gehen sowohl in der Tierwelt als auch beim Menschen einander parallel. Die Verlängerung der Kindheit bedeutet aber gleichzeitig die Vergrößerung des „traumatophilen“ Zeitabschnittes. Die psychische Verarbeitung dieser Traumen und das dadurch sich ausbildende Über-Ich unterscheidet den Menschen vom Tiere. Auch die Menschheit ist ähnlich entstanden, wie heute die Menschwerdung des Individuums zustandekommt: durch Verarbeitung der infantilen Eindrücke. Wie die Kindheit unsere Menschwerdung erklärt, so determiniert die Verlängerung der Kindheit, die Retardation, die stufenweise Vertiefung des Über-Ichs. Der primitive Mensch unterscheidet sich am stärksten in der Organisaton und Ausbreitung seines Über-Ichs vom Zivilisierten; hauptsächlich seine oralen und genitalen Libidokomponenten sind zum Über-Ich organisiert. Das Fehlen des analen Charakters ist das auffälligste Merkmal der richtigen Primitiven. „Mensch sein heißt: in der Sorge um die Zukunft die Gegenwart, in der Angst vor dem Tode das Leben gefährden.“
In der zweiten Studie: „Die Entwicklung der Liebe und der Wirklichkeitssinnn“ behandelt Alice Bálint die Frage, wann und in welchem Maße das Gefühlsleben des Mensc