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Das kleine Kind beginnt, wenn es erregt ist, wild zu schreien. Dieses Schreien ist der Ausdruck höchster, auf andere Weise nicht abführbarer Spannungen. Es muß also mit den Ursprüngen derjenigen Haltungen, die bei der Hinderung der Triebabfuhr und entsprechender Steigerung der Bedürfnisspannung einzutreten pflegen, Aggression und Angst, sehr viel
zu tun haben — und es ist sicher merkwürdig, daß dieser Uraggression, bzw. Urangst bisher keine analytische Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. Deshalb ist der Versuch Miß Searls sehr dankenswert.
Die Autorin sieht im Schreien primär mehr Aggression als Angst. (Wir würden meinen, daß das Schreien zunächst — wie die primitive Motorik überhaupt — nur Abfuhraktion ist bei einem Affektzustand, der sowohl Elemente der späteren Aggression als auch solche der späteren Angst enthält. Beim etwas größeren Kind, das die Objekte der Umwelt schon kennt, nimmt es dann sicher vor allem die Bedeutung der Aggression gegen die in Triebnot nicht helfenden Erwachsenden an.) Und die ganze Arbeit bemüht sich jetzt zu zeigen, wie der so wichtige Mechanismus der „Wendung einer Aggression gegen das eigene Ich“ und damit die Grundlage der Auffassung, Triebe seien Gefahr, die erst Neurosen ermöglicht, gerade am Schreien des kleinen Kindes erworben werden.
Solange Erwachsene auf ein Schreisignal sofort zur Hilfe eilen, fühle sich das Kind allmächtig. Kommen die Erwachsenen aber nicht, so werde das Schreien aggressiv und erhalte den Sinn eines Versuches, die Spannung aus sich hinaus- und in die bösen Erwachsenen hineinzuschreien. Wenn auch das nichts nütze, gerate das schreiende Kind „außer sich“, d. h. außer Kontakt mit der Außenwelt; es nehme dann etwa auch die dargereichte Brust nicht an, sondern schreie weiter. Dieser Kontaktverlust ermögliche dem Kinde die Phantasie, nunmehr wirklich die ganze Welt getötet zu haben. — Schließlich aber werde das weiterschreiende Kind erschöpft. Die Müdigkeit der Muskulatur zwinge es, mit dem Schreien aufzuhören, w