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Dr. Nikolaj Osipov, ehem. Dozent der Psychiatrie an der Moskauer Universität der seit dem Umsturz in Prag gelebt hat, ist am 19. Februar 1934 im Alter von 57 Jahren gestorben. Er hat sehr bald Freuds hervorragende Bedeutung erkannt und referierte seine Arbeiten in den russischen Fachzeitschriften („Korskovski Journal“, „Psychotherapia“). Gerne verwendete er die Psychoanalyse zum Verständnisse literarischer Werke und analysierte bereits 1911 Tolstois Werke („Psychotherapia“), auch dessen „Aufzeichnungen eines Irren“ (id. 1913). In Prag wurde ihm 1923 die Leitung der Poliklinik für Nervenkrankheiten anvertraut; dort hielt er auch regelmäßige Vorträge über Psychoanalyse. Er entwickelte eine sehr rege Tätigkeit. An der Prager russischen Volkshochschule begründete er eine Abteilung für Psychologie, hielt Vorträge über Neurosen in den tschechischen ärztlichen Vereinigungen „Purkyně“ (Nervenkrankheiten) und „Junge Generation“. Wir wollen einiger seiner zahlreichen Publikationen gedenken: „Das Verhältnis der Zwangsneurose zum Tabu“ (tschechisch im „Casopis ěeských lékaru“ 1924), „Der Doppelgänger nach Dostojevski“ (russisch im „Dostojevski-Almanach“ 1929), „Tolstoi und die Medizin“ (deutsch in „Der russische Gedanke“ 1929), „Neue Wege in der Dostojevskiforschung“ (deutsch in „Slavische Rundschau“ 1930), „Das Gesunde und Krankhafte in den Werken Dostojevskis“ (tschechisch im „Revue v neurologii a psychiatrii“ 1931). In dem zu Freuds 75. Geburtstag herausgegebenen Almanach (tschechisch „Sbornik psychoanalytických praci“) veröffentlichte er seine Vorträge über Fehlleistungen. Seine wertvollste Arbeit „Poliklinik der Neurosen“ konnte er nicht mehr beenden, sie wird aus dem Nachlaß wenigstens teilweise publiziert werden. Bekannt sind seine in den psychoanalytischen Zeitschriften publizierten Arbeiten: „Zur psychoanalytischen Bewegung in Moskau“ (Int. Zeitschr. f. Psa. 1921), „Psychoanalyse und Aberglaube“ (Int. Zeitschr. f. Psa., VIII, 1922), „Tolstois Kindheitserinnerungen“ (Im