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Perversionen sind aus bekannten Gründen viel seltener Gegenstand einer Psychoanalyse als Neurosen. Unter den Perversionen ist der Masochismus der analytischen Behandlung am wenigsten zugänglich. Das bedeutet nicht bloß eine Einschränkung für unser therapeutisches Handeln, sondern auch eine Erschwerung der wissenschaftlichen Forschung. Reichhaltiger sind unsere Erfahrungen und Beobachtungen bei Fällen, die eine Kombination von Neurose und Perversion darstellen. Hier gelang es häufig, durch Analyse den neurotischen Mechanismus zu zerstören und den perversen genau zu studieren, allerdings zumeist ohne ihn zu ändern. Ich verfüge über einen Fall, in dem nicht nur die neurotischen, sondern auch die perversen Mechanismen in der Analyse zerstört wurden, und werde zunächst einen Auszug aus der Krankengeschichte des Patienten bringen, dann die gewonnenen Ergebnisse metapsychologisch einordnen und dabei meine Erfahrungen an zwei anderen Fällen verwerten.
Die Analyse des Patienten dauert drei Jahre. Der Zustand des Patienten hat sich wesentlich geändert, eine Reihe von Symptomen ist verschwunden, Patient ist seit längerer Zeit arbeits- und liebesfähig. Die Analyse wird zwar noch fortgesetzt, doch handelt es sich seit längerer Zeit lediglich um eine Festigung des therapeutischen Erfolges. Vor einem Jahre wurde die Analyse wegen Krankheit des Arztes auf vier Monate unterbrochen, ohne daß im Befinden des Patienten eine wesentliche Änderung eingetreten wäre.
Der Patient kam in meine Ordination auf Veranlassung seiner Freundin, die bei mir in Analyse war. Der unmittelbare Grund waren schwere Aufregungszustände, die im Anschluß an ein Avancement seiner Freundin auftraten. Beide Patienten waren Beamte in einem größeren Industrieunternehmen, die Freundin wurde in das Sekretariat versetzt, wodurch ihre Stellung tatsächlich gebessert wurde. Diese Versetzung wurde vom Patienten als ein schwerer Schlag empfunden, er war sofort bereit, den Rat seiner Freundin zu befolgen und einen Arzt zu kon