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gehalten in der amerik. Psa. Vereinigung in Washington am 26. Dezember 1933
In dieser Rubrik erscheinen die Beiträge in der Reihenfolge ihres Einlaufes bei der Redaktion
Freuds Ausführungen über den weiblichen Masochismus ließen die Frage aufwerfen, ob zwischen dem Phänomen des Masochismus und dem weiblichen Wesen eine nähere Verbindung besteht. Ist der Masochismus der normalen weiblichen Psyche eigentlich dem des normalen Mannes entgegengesetzt? Ist Masochismus in irgendeiner Form bei Frauen häufiger als Männern? Gibt es — unabhängig von kulturellen Bedingungen — einen weiblichen Typus von Masochismus?
Da wir vorläufig diese Fragen nicht befriedigend beantworten können, bleibt zunächst das Problem, ab der Masochismus ein Ausdruck des normalen weiblichen Wesens ist oder nicht.
Da die masochistischen Züge bei neurotischen Frauen nach erfolgreichen Analysen erfahrungsgemäß verschwinden, ist die Vortragende geneigt, diese Frage negativ zu beantworten.
Trotzdem bleibt die Frage bestehen, warum wir bei Neurotikern so häufig beobachten können, daß masochistische Züge weibliche Tendenzen, sadistische Züge hingegen männliche Strebungen ausdrücken. Ehe man an die Lösung dieser Frage herangeht, müßte man genau wissen, unter welchen Bedingungen masochistische Erscheinungen auftreten und auch die Grundlagen des normalen weiblichen Wesens genau kennen. Obwohl die Vortragende diesen beiden Bedingungen nicht entsprechen kann, versucht sie mit folgender Vermutung eine Lösung vorzuschlagen:
Weibliche Züge sind, obwohl an und für sich nicht masochistischer Natur, geeignet zum Ausdruck masochistischer Züge; diese hingegen kommen von Quellen, die mit Femininität nichts zu tun haben. Die Bereitwilligkeit, mit der der Masochismus sich mit weiblichen Zügen verknüpft, ist zwei Faktoren zuzuschreiben, deren jeder ein eigenes Studium erfordern würde: es sind dies der kulturelle und der biologische Faktor.