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Es werden zwei klinisch typische Fälle von hypophysärer Magersucht einander gegenübergestellt, von denen der eine durch Insulin glatt geheilt werden konnte, während der andere jeder arzneilichen Behandlung trotzte, hingegen auf eine von psychoanalytischen Gesichtspunkten aus geleitete Psychotherapie glänzend ansprach. Man entschloß sich zur seelischen Behandlung, weil bei der 17jährigen Patientin die Abmagerung soweit fortgeschritten war, daß man mit einem infausten Ausgang rechnen mußte. Der Entschluß zu dieser Behandlung wurde auch dadurch reif, daß dieser Fall durch seine depressiv-negativistische Haltung und durch sein ablehnendes Verhalten gegenüber dem Problem der Nahrungszufuhr auffiel. Während der psychischen Behandlung wurde die diätetische und physikalische fortgesetzt, die arzneiliche, bzw. hormonale, zeitweise unterbrochen. Die psychische Behandlung bestand in einer Art Aussprache mit freien Assoziationen, die in unregelmäßigen Sitzungen durch ein 3/4 Jahr fortgesetzt wurde und in der eine große Zahl von Problemen zur Sprache kam, die das Triebleben der Patientin betrafen. Es zeigten sich in Erinnerungslücken, Phantasien und Träumen, daß weitgehend mißglückte Verdrängungsprozesse stattgefunden hatten und noch im Gange waren. Phantasien über Parthenogenese, über die Rolle der Menstruation und der Konzeption wurden durchgearbeitet, Reaktionen des Ekels und der Angst wurden beseitigt. Die Aufhellung der Amnesien gelang nur spurweise. Während der Behandlung stieg das Gewicht andauernd und das subjektive Wohlbefinden hielt damit gleichen Schritt. Bemerkenswert ist, daß trotz der fortschreitenden Besserung und dem Ansteigen des Gewichtes die Stoffwechselzahlen nicht dem geforderten Durchschnittsmaß entsprachen, so daß scheinbar die durch die seelische Therapie erreichte Gesundheit mehr darin bestanden haben mußte, Bedingungen zu ertragen, denen die Patientin früher nicht angepaßt war. Denn trotz der klinisch wiederhergestellten Gesundheit und des ausgezeichnete