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Hoffmann will „frei von jeder dogmatischen Einseitigkeit bestimmter Schulen und Richtungen ein abgerundetes Bild dieser interessanten Krankheit geben“. Was er bietet, ist Eklektizismus unter Bevorzugung der „analytischen und psychagogischen Therapie“. Unter Analyse versteht Hoffmann aber, wie er ausdrücklich hervorhebt, „nicht eine psychoanalytische Therapie im Sinne Freuds“. „Der Begriff Analyse soll besagen, daß wir eine möglichst eingehende, tiefe und umfassende Kenntnis der Persönlichkeit und ihres Lebensschicksals anstreben, wobei wir auch die brauchbaren (!) Ergebnisse der Psychoanalyse berücksichtigen. Wir müssen uns bemühen, in die oft scheu oder gar äußerst raffiniert behüteten Geheimnisse des inneren Erlebens einzudringen … Mit welcher Methode dies geschieht, ist gleichgültig; die Hauptsache ist und bleibt, daß alles, was wir herausbringen, stimmt.“ Leider stimmt aber das, was Hoffmann herausbringt, nicht, resp. es ist vom Standpunkt der Tiefenpsychologie anfechtbar. Von einigen Anleihen bei der Psychoanalyse abgesehen — masochistisches Leidenwollen, Allmacht der Gedanken — besteht das Büchlein aus einer Reihe von Mißverständnissen der Psychoanalyse, die mit Motivationen der Bewußtseinspsychologie ersetzt werden soll. So heißt es etwa, „die Zwangskranken neigen nur in geringem Maße zur Verdrängung und wissen, wenn sie guten Willens sind (!), sehr bald über die psychologische Bedeutung des Zwangs für das Getriebe ihrer Seele Bescheid“. Das Problem der „Isolierung“ ist also völlig unberücksichtigt. Oder: „Wir legen keinen Wert darauf, das Erotisch-Sexuelle besonders in den Vordergrund zu stellen. Dies kann mit in den Strudel des Zwangs hineingerissen werden …“ Nun legt aber das Unbewußte der Zwangsneurotiker auf dieses so verpönte Moment Wert. Es liegt da offenbar eine jener Täuschungen der Zwangsneurotiker vor, vor deren „Pfiffigkeit“ und „Quertreibereien“ Hoffmann selbst warnt und ausdrücklich hervorhebt, man werde von ihnen „angelogen, daß einem schwarz v