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Das „symbolische Denken“ könne uns nähergebracht werden, wenn wir versuchen, uns in die Erlebniswelten des Kindes einzufühlen. An jedem neuen Erlebnis seien zwei Elemente zu unterscheiden: das Wiedererkennen von etwas Bekanntem — und die Erkenntnis der spezifischen Differenz, die das Neue vom Bekannten unterscheidet. Dieses sei eine Funktion der Intelligenz und mangle, wenn es durch Angst verhindert werde, dem primitiven Denken. Jenes aber, nämlich die Frage, welches Bekannte in ein Neues hineingesehen wird, hänge natürlich von der momentanen Konstellation im Erlebenden ab, also sowohl vom Entwicklungsgrad seines Ichs und seiner Libido, als auch von der im Augenblick vorherrschenden affektiven Situation. Den Gegensatz zwischen Wiedererkennen und Differenzerkennen hält Searl für ein Produkt des Gegensatzes verschiedener physiologischer Prozesse.
Die Autorin erläutert diese Gedankengänge durch Überlegungen darüber, wie ein des Lesens und der Idee des Lesens noch unkundiges Kind das Objekt „Buch“ erleben muß. Solche Erlebnisse sind jedenfalls schon sehr komplexer Natur.
Überlegungen wie die von Searl sind als eine Brücke zwischen Psychoanalyse und Psychologie überhaupt zu begrüßen. Es muß Aufgabe der psychoanalytischen Ich-Psychologie sein, Funktionen wie die der Begriffsbildung (die sogenannte „Abstraktion“) und der Urteilsbildung aus Veränderungen primitiven Triebgeschehens unter dem Einfluß der Außenwelt zu erklären. Es ist begreiflich, daß Searl Freuds Arbeit „Die Verneinung“ zitiert, die zum ersten Male solches versucht hat.
O. Fenichel (Oslo)