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„Es ist wohl kein Zweifel“, sagt Freud in der „Traumdeutung“, „daß eines Tages neben der Psychologie des Traumes eine Psychopathologie des Traumes die Ärzte beschäftigen wird.“
Schon elf Jahre nach Erscheinen der „Traumdeutung“, im Vorwort der dritten Auflage, konstatiert Freud: „Die Deutung der Träume sollte ein Hilfsmittel werden, um die psychologische Analyse der Neurose zu ermöglichen; seither hat das vertiefte Verständnis der Neurosen auf die Auffassung des Traumes zurückgewirkt.“
Nun sind mehr als drei Jahrzehnte vergangen und es lohnt wohl der Mühe, die Aussichten für die Darstellung einer Psychopathologie des Traumes zu betrachten, einer Lehre von den Träumen der Kranken.
Unter der „Psychopathologie des Traumes“ kann man nicht die Lehre vom krankhaften Traum verstehen. Denn in gewissem Sinn sind alle Träume ein pathologisches Produkt, „das erste Glied in der Reihe abnormer psychischer Gebilde, von deren weiteren Gliedern die hysterische Phobie, die Zwangs- und die Wahnvorstellung“ den Arzt beschäftigen. Bei dem allmählichen Übergang vom gesunden Seelischen ins krankhafte Seelische ist es nicht wahrscheinlich, daß ein einzelner Traum als krankhaft bezeichnet werden kann. Gewiß sind überlebhafte, überreichliche Träume, Träume, welche ihren Zweck, den Schlaf zu hüten, verfehlen und den Schlafenden aufwecken, bei Neurotikern häufiger; aber unter ungewöhnlichen Umständen sind sie auch beim Gesunden möglich. Angstträume kann man erzeugen, wenn man einem Gesunden im Schlaf die Herzgegend belastet. Selbst ein perverser Traum wird sich mit tatsächlicher Gesundheit verbinden können; Verdrängtes, das nur im Schlaf sich verrät, ist mit Erfolg verdrängt: „Der Tugendhafte begnügt sich von dem zu träumen, was der Böse im Leben tut“ (Plato).
Wie wir sehen werden, ist erst die Wiederholung gewisser Träume, ihre Häufung, ihre Veränderung gegen früher, Zeichen einer gewissen Charakterveranlagung oder einer Erkrankung.
Es wird weiterer Untersuchungen bedürfen, festzustellen, ob es „