You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
gehalten in der Ungarischen Psychoanalytischen Vereinigung am 20. Oktober 1933
In dieser Rubrik erscheinen die Beiträge in der Reihenfolge ihres Einlaufes bei der Redaktion
Unter Urwahrnehmungen möchte ich solche Wahrnehmungen verstehen, welchen das Kleinkind ausgesetzt ist, welche aber später aus äußeren oder inneren Gründen ausfallen. Als Beispiel einer Urwahrnehmung erster Art soll die Wahrnehmung des Geruches, der der Genitalgegend des Erwachsenen entströmt, angeführt werden, welchem das Kind, das mit seiner Nase in der Genitalhöhe sich bewegt, stets ausgesetzt ist, das größere Kind und der Erwachsene hingegen, eben den Größenverhältnissen zufolge, nicht. Als Beispiel einer Urwahrnehmung zweiter Art soll die Inversion räumlicher Verhältnisse dienen, infolge welcher das Kleinkind vorgewölbte Dinge gehöhlt sehen kann, das größere Kind und der Erwachsene hingegen die Raumdaten eindeutig aufarbeiten und nur mit Mühe und Absicht die Inversion erleben können. Die Urszene ist eine verwickelte Menge von Urwahrnehmungen erster und zweiter Art. Im folgenden sollen zwei Urwahrnehmungen skizziert werden, deren Folgen sich in den Widerständen während einer Psychoanalyse ertappen lassen1 und die beide mit verschiedenen Angstzuständen verwoben werden können. Gegen das Auftauchen beider wird im reiferen Seelenleben ein ständiger Kampf geführt.
1. Augenleuchten. Der die Wirkung des plötzlichen Aufleuchtens in den Augen des Gegenüberstehenden erfahren will, muß es selbst erfahren wollen. Leicht gelingt dies bei künstlicher Beleuchtung in den Augen des Kleinkindes, wo bei gewisser Beleuchtungsrichtung und nicht auf den Beobachter akkomodierten Augen an der Stelle der schwarzen Pupille ein rötliches Licht erscheint. Die desorientierende Wirkung dieser Wahrnehmung läßt es verstehen, daß der Erwachsene Situationen, in welchen er dieser Wahrnehmung ausgesetzt wäre, entschlüpft, und die ganz flüchtige Errötung der Pupille des Gegenüberstehenden nicht zu seinem Bewußtsein gelangen läßt. Wi