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Wilhelm Stekel gibt eine Vierteljahrsschrift für ärztliche Psychotherapie heraus, die den Namen „Psychotherapeutische Praxis“ führt. Die Zeitschrift wendet sich nach dem Vorwort Stekels an alle Psychotherapeuten, Psychiater und Neurologen, „um ihnen das Gemeinsame und therapeutisch Wirksame aller Schulen zu übermitteln“. Das im März erschienene erste Heft ist dem Spezialthema Organneurosen gewidmet.
Der Herausgeber stellt einen Artikel „Die Autonomie der Organe“ an die Spitze. Er schildert darin eine Reihe konversionshysterischer Symptome und Hemmungen der Ich-funktion von Organen. Er findet, daß ein solches Selbständigwerden des Organs fast immer der Verhinderung, bisweilen aber auch der Darstellung verpönter libidinöser Wünsche dient; er spricht von einem „Zerfall in Teilseelen“, die ein divergierendes Funktionieren der einzelnen Organe zur Folge habe. Dem Ausdruck „Teilseele“ entspricht Stekels Forderung, die Psychoanalyse müsse in solchen Fällen zur „Psychosynthese“ werden. — Die Analyse der einzelnen konversionshysterischen Symptome ist oberflächlich und durchwegs nur bis zu den aktuellen Wurzeln des innern Konflikts geführt.
Max Löwy (Prag-Marienbad) spricht sich im Aufsatz: „Über Organneurosen und zu ihrer Behandlung, speziell zur psychotherapeutischen“ für eine Mischung somatischer und psychischer Therapieprinzipien aus. Seine psychotherapeutischen Maßnahmen sind dabei weitgehend — und von ihm selbst ausgesprochen — psychoanalytischer Herkunft, wobei er sich in erster Linie zu Freud bekennt. Besonders sein Verständnis für die „Organsprache“ und seine einleuchtenden Übersetzungen in den sprachlichen Ausdruck entsprechender Affektzustände sind beachtenswert. Psychotherapeut und neurologisch-psychiatrisches Ambulatorium müssen ihm für manche Anregungen und Anweisungen dankbar sein.
Arthur Kronfeld (Berlin) widmet den „Oesophagusneurosen“ einen Artikel. Er unterscheidet zwei Formen, die sensibel-hyperalgische und die reflektorisch-spastische, wobei er annimmt, daß