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Während zur Erklärung des Phänomens der Folie à deux von nichtanalytischen Psychiatern hauptsächlich das konstitutionelle Moment herangezogen wird, liegt es für den Psychoanalytiker näher, an die Wirkung der Identifizierung zu denken. Das Schema, mit dem der Analytiker an die Untersuchung solcher Phänomene herangehen soll — meint Oberndorf deshalb mit Recht — sei jener von Freud zur Illustrierung der hysterischen Identifizierung konstruierte Fall, daß in einem Mädchenpensionat eine hysterische Epidemie ausbreche, nachdem eines der Mädchen auf einen Liebesbrief hin einen hysterischen Anfall bekommen hat — nur daß die „psychische Infektion“ sich hier auf zwei Menschen beschränkt. Die Übergänge zur „Folie à deux“ seien fließend, denn schließlich gebe es ja bei jeder Neurose „unbewußte Gegenspieler“ (neurotisches Verhalten der Eltern als Ursache von Kinderneurosen). — Der Autor analysierte ein Ehepaar, das in einer schweren gemeinsamen Neurose lebte. Es stellte sich heraus, daß die Neurose jedes der beiden Partner, wie selbstverständlich, durch seine Kindheitserlebnisse determiniert war, und daß trotzdem die beiden Neurosen ineinander spielten, so daß sie sich zu einer größern Einheit ergänzten. Die