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Jede Psychotherapie stützt sich auf die spontanen Selbstheilungstendenzen des Individuums. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Methoden kommen dadurch zustande, daß sie sich verschiedener Selbstheilungstendenzen bedienen und diese in verschiedenem Sinne lenken und korrigieren.
Der Psychotherapeut vermag sich zeitweise an Stelle des Über-Ichs zu setzen, indem er eine Situation herbeiführt, in der er allein Schutz gegen die Angst bietet. In der Hypnose z. B. wird die kindliche Schlafsituation hergestellt und dadurch der nie fehlende Pavor nocturnus aktiviert. Der Hypnotiseur übernimmt die Rolle der Eltern, die allein gegen die irreale nächtliche Angst schützten. Dieser Schutz wird durch völlige Unterwerfung, die masochistisch libidinisiert wird, erkauft.
Begnügt sich der Psychotherapeut damit, die Angst durch die Beziehung zu sich zu binden, so wird die Neurose nach Abbruch der Beziehung wieder manifest. Nachhaltigere Erfolge erzielt er nur, wenn er seine Macht dazu benutzt, um im psychischen Haushalt eine Umschichtung vorzunehmen, indem er z. B. den Patienten seine Symptome gegen andere, weniger störende vertauschen läßt oder ihm geeignete Mittel zur Bewältigung der Angst und des Schuldgefühls bietet. Diese Heilvorgänge beruhen auf zwangsneurotischen und phobischen Mechanismen.
Der Psychotherapeut kann ferner in den Verdrängungskampf eingreifen und durch Unterdrückung von Symptomen oder erfolgreichere Verdrängung von störenden Triebregungen eine bessere Anpassung erzielen. Er kann auch versuchen, den Verdrängungskampf im Sinne der Triebfreiheit zu entscheiden, sei es durch Förderung der spontanen Tendenz zur Abreaktion und Projektion (durch Anregen des Spielens, des freien Phantasierens und Aussprechens, durch die kathartische Methode usw.), sei es durch Gestatten von verpönten Triebregungen. Dies kann auf direktem Wege durch das Erlauben von bewußten, aber verurteilten Regungen, die Abkömmlinge tiefer verdrängter Impulse darstellen, erfolgen. Der Kern des Verdrängt