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Das menschliche Leben ist von äußeren physikalischen Kräften wie Licht, Temperatür, Luftdruck usw. abhängig. Unser Organismus ist gegenüber dem Wechsel dieser Bedingungen sehr empfindlich; wenn jemand an das Leben im Flachlande gewöhnt ist, leidet er heftig unter der brüsken Senkung des Luftdrucks, sobald er einen hohen Berg besteigt oder im Flugzeug fliegt. Ebenso ist unsere Empfindlichkeit gegenüber dem Wechsel der Temperatur sehr erheblich; nur langsam und unter Schwierigkeit passen wir uns veränderten äußeren thermischen Bedingungen an.
Sehr wichtig sind die Reaktionen des Organismus gegenüber Temperaturen, die vom Optimum abweichen. Im folgenden sollen uns nur die Reaktionen, die auf unter diesem Optimum gelegene Temperaturen zurückzuführen sind, d. h. die Reaktionen auf die Kälte beschäftigen.
Die physischen Reaktionen sind von der Physiologie genügend beschrieben; aus diesem Zweig der Wissenschaft erfahren wir auch, welches die unterste Grenze der Temperatur der Umgebung ist, die mit dem Leben vereinbar ist, ferner daß sich in unserer inneren Temperatur die äußere Kälte nicht fühlbar macht, daß diese zunächst eine Vasokonstriktion der peripheren Gefäße hervorruft, der eine Hyperämie folgt usw.
Die psychische Reaktion auf Kälte wird in der Form eines Unbehagens verspürt, das man jedoch als normal und auch als nützlich betrachten muß, da uns diese subjektive Empfindung davon in Kenntnis setzt, daß eine ungünstige Umweltbedingung eingetreten ist.
Schon dieses Unbehagen ist bei den einzelnen Personen verschieden: es gibt Personen, die kein bemerkenswertes Mißempfinden gegenüber einer verhältnismäßig kräftigen Kälte empfinden, während andere bei jeder auch noch so geringen Temperatursenkung zittern und leiden. Diese Abweichungen vom normalen Reaktionstyp, diese Unter- und Überempfindlichkeit gegenüber der Kälte, können einen pathologischen Grad annehmen, und es bliebe die Rolle zu klären, die den psychischen Faktoren dabei zukommt.
Dieses Problem der Interferenz der ps