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gehalten auf der Jahresversammlung der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung, 28. Mai bis 1. Juni 1934, New York
Der Autor stellt die Motive der „lokalisierten“ Selbstvernichtung denen des Suizids gleich, wie in einer früheren Arbeit (Psa. Aspects of Suicide, Int. Journal of Psa., Bd. 14, 3. Teil, Juli 1933) ausgeführt worden ist. Der Suizid repräsentiert den Sieg des Todes über das Leben unter aktiver Mithilfe der Persönlichkeit, die von starken unbewußten Motiven getrieben wird. Als Motive werden bezeichnet: der Wunsch zu töten der Wunsch getötet zu werden und der Wunsch zu sterben. Um die aggressivdestruktiven Triebe (Wunsch zu töten) und die passiv-masochistischen Triebe (Wunsch getötet zu werden) zu befriedigen, ist es nicht unbedingt notwendig, daß der Tod der gesamten Persönlichkeit eintritt. Diese Komponenten können auch durch einen partiellen Suizid befriedigt werden, indem der Suizid zeitlich oder räum-ich abgeschwächt ist. (Zeitlich: Askese, Märtyrertum, langsames Verhungern. Räumlich: Angriffe des Ichs auf einzelne Körperteile, die jedoch nicht genügen, um den Tod herbeizuführen.) Letztere Form, die als „lokaler“ Suizid oder partielle Selbstvernichtung bezeichnet wird, ist das Hauptthema des Vortrags.
Die klinischen Formen der partiellen Selbstvernichtung werden in vier Gruppen eingeteilt:
„Unbeabsichtigte“ Selbstverstümmelung, wie sie bei Psychosen in bizarren, bei Neurosen in gewöhnlicheren Formen zu sehen ist, außerdem bei religiösen Zeremonien und sozialen Bräuchen;
Simulieren;
Zwang, sich einer oder mehreren Operationen zu unterziehen;
Unfälle aus unbewußter Absicht, die lokale Beschädigung hervorrufen.
Alle vier Formen haben folgendes gemeinsam: Ein Teil des Körpers wird verletzt, oder, unter teilweiser Beteiligung der übrigsn Persönlichkeit, sogar vernichtet, indem auf diese Weise sowohl die Wünsche nach Selbstschonung als auch nach Selbstbestrafung befriedigt werden.
In diesem Vortrag wird die erste Gruppe, die Selbstverstümmelung, näher untersucht.