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Obwohl die „metabiologischen“ Theorien Metschnikoffs von ganz anderen Ausgangsgebieten her aufgestellt wurden und einer ganz anderen Denkart entsprechen, haben sie Berührungspunkte mit den theoretischen Gedankengängen Freuds. Die auffallendste Übereinstimmung liegt darin, daß auch Metschnikoff — wie Freud bestrebt, Religion und Metaphysik durch Wissenschaft zu ersetzen — die Existenz eines Todestriebs („Instinct de la mort“) lehrte. Allerdings verstand er unter diesem Begriff etwas anderes als Freud. Er meinte, daß der Mensch nach Ablauf der normalen Lebensdauer, die er mit ungefähr 100 Jahren ansetzte, eine Sehnsucht nach dem Tode entwickle, daß sich dann der „Instinct de la vie“ durch einen „Instinct de la mort“ ersetze, der, latent stets im Menschen vorhanden, bei alten Leuten als Mittel gegen die Todesangst eventuell mobilisiert werden könnte. An anderer Stelle betont Metschnikoff die Zusammenhänge von Sexualität und intellektueller oder künstlerischer Begabung. Auch manche andere Erkenntnisse der Psychoanalyse scheint er vorgeahnt zu haben.
O. Fenichel (Oslo)