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Wiedergabe eines Vortrags vor der gynäkologischen Gesellschaft in Chikago, in dem die psychischen Wurzeln mannigfacher gynäkologischer Leiden erörtert werden. Als einzige Methode, die komplizierte psychische Genese solcher Erkrankungen zu erklären, wird die psychoanalytische bezeichnet. Die Verfasserin fand bei jeder von ihr untersuchten Neurose auch funktionelle Störungen des Genitalssystems. Sie stellt drei Fragen zur Diskussion. Die erste, ob das Zusammentreffen gestörter Psychosexualität und funktioneller genitaler Störungen gesetzmäßig sei, wird mangels ausgedehnter Erfahrung nicht bestimmt beantwortet. Das Material der Verfasserin spricht für einen solchen gesetzmäßigen Zusammenhang, zu einer weiteren Klärung könnte nur die von psychoanalytisch geschulten Gynäkologen verwertete Erfahrung führen. Die zweite Frage, ob sich nicht die psychischen und genitalen Störungen auf eine gemeinsame Ursache in der Konstitution oder Innensekretion zurückführen lassen, wird dahingehend erörtert, daß eindeutige Beziehungen bestimmt nicht bestehen und sehr oft Verschiedenheiten im konstitutionellen und psychosexuellen Verhalten nachzuweisen sind. Am eingehendsten wird die Frage einer gesetzmäßigen Beziehung zwischen gewissen Verhaltungsweisen zum Sexualleben und bestimmten funktionellen Genitalstörungen besprochen.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine besonders klare und verständliche Darstellung unter Hervorhebung der wesentlichen Punkte aus, wobei dem Zwecke des Vortrages entsprechend auf eine detaillierte Darstellung subtilerer psychischer Mechanismen verzichtet wird.
Bemerkenswert sind die Ausführungen über die Bedeutung einiger Charakterverschiedenheiten zwischen männlicher und weiblicher Psyche für die Entstehung der Frigidität.
H. Winnik (Wien)