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Menninger untersucht das Phänomen, daß neurotische (oder psychotische) Patienten den Wunsch haben, sich chirurgischen Operationen zu unterziehen, und diesen Wunsch auch manchmal —gelegentlich serienweise — realisieren. Einleitend weist er darauf hin, daß auch auf Seiten des Chirurgen die besondere Operationslust unbewußt determiniert sein kann (ein Chirurg drohte seinem Sohne, er werde ihn, wenn er in der Schule nicht besser lerne, ins Spital nehmen und operieren); ferner darauf, in wie mannigfacher Weise Operationen Anlaß zu psychogenen Erkrankungen werden können. Dann erst kommt er auf die „operätionslustigen“ Neurotiker zu sprechen. Gelingt es solchen, ihre Wünsche durchzusetzen, so wird ihre Neurose oft wirklich gebessert, andere Male äußert sich aber bald wieder der Wunsch nach einer neuerlichen Operation. Die hauptsächlichen Motive der Operationssehnsucht ordnet Menninger folgendermaßen:
Das Bestreben, durch die Operation etwas anderes, was schlimmer ist als die Operation, zu vermeiden. Menninger denkt dabei besonders an Patienten, die etwa dem Beginn oder dem Fortschritt einer analytischen Kur oder einem ihnen unbewußt unangenehmen Ereignis im Leben, etwa einer Heirat, durch eine Operation ausweichen. Die Besprechung des Bestrebens, durch eine „kleine“ oder „prophylaktisch-selbstgewollte“ Kastration der „wirklichen“ Kastration auszuweichen, ist hierin nicht eingeschlossen.
Die Operation ermöglicht dank der „Magie der Medizin“ in ähnlicher Weise wie die Hypnose eine besondere (sado-masochistische) Art der Vaterübertragung.
Die Operation wird unbewußt einer Niederkunft gleichgesetzt (und bedeutet damit längs der symbolischen Gleichung Kind = Penis bei manchen Frauen auch das Erreichen eines eigenen Penis). Vgl. die Appendicitis der „Dora“.1
Die Operation bedeutet die Kastration, und zwar infolge zweier verschiedener Auffassungen:
Die Kastration wird direkt ersehnt, sei es aus Strafbedürfnis, sei es aus Masochismus, etwa als Voraussetzung für eine feminine Befriedigu