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Die Erforschung des Einflusses psychischer Faktoren auf gastrointestinale Störungen, die uns gegenwärtig am Psychoanalytischen Institut in Chikago beschäftigt, ist nur ein Teil eines umfassenderen Arbeitsplanes, nämlich der systematischen Ergründung des Einflusses psychischer Faktoren auf die verschiedenen vegetativen Systeme, auf das Kreislauf-, das Atmungs- und das endokrine System. Der Grund dafür, daß wir mit der Erforschung paralleler Fälle von gastrointestinalen Störungen beginnen, ist ein dreifacher:
Ich machte in früheren Jahren bei Fällen von Magenneurosen gewisse Beobachtungen, die mir nicht nur typisch für derartige Erkrankungen schienen, sondern auch wichtig für die Ätiologie peptischer Geschwüre, die eines der großen Rätsel der internen Medizin ist. Bei einem Patienten mit einer 15 Jahre alten chronischen Magenneurose, der vorübergehend auch ein peptisches Ulkus bekommen hatte, konnte ich sehr deutlich eine Beziehung zwischen Gefühlskonflikten und gastrischen Symptomen verfolgen. Mit zunehmender Erfahrung empfand ich immer stärker den Wunsch, eine Anzahl ähnlicher Fälle zu studieren, durch die jener Zusammenhang bestätigt werden mochte. In der Privatpraxis ist die Auswahl passender Fälle nicht immer möglich; die Errichtung des Instituts für Psychoanalyse in Chikago, das vor allem der Forschung dienen soll, hat mir die gewünschte Arbeitsgelegenheit geboten und zugleich die Möglichkeit, taugliche Parallelfälle auszuwählen.
Der zweite Grund dafür, daß wir mit dem Studium des Gastrointestinaltrakts begannen, lag in der sowohl von Organikern als auch von Psychoanalytikern anerkannten Tatsache, daß die Verdauungsorgane vom seelischen Apparat mit Vorliebe dazu benutzt werden, gewisse Gefühlsspannungen zu erleichtern. Der Zusammenhang zwischen psychischen Reizen und physischem Ausdruck ist hier unmittelbar und verhältnismäßig einfach. Orale Aufnahme- und aggressive Wegnahme-Tendenzen wie auch anal-sadistische und zurückhaltende Impulse stehen in einer längst beka