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Die analytische Forschung hat über den Tod und die Todesangst viel Bedeutsames gefunden, seit der Todestrieb als der Antipode des Eros erkannt worden ist. Freud hat in seinem Aufsatz „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“, und in „Totem und Tabu“ ausführlich das Todesproblem behandelt. Meine Gedanken über Euthanasie bezwecken daher weder, den Ausführungen über den Anteil des Schuldgefühls an der Todesangst etwas Wesentliches hinzuzufügen, noch auch etwa neue Beweise dafür zu erbringen, daß die Todesangst sich zwischen Ich und Über-Ich abspielt, oder daß sie als eine Verarbeitung der Kastrationsangst aufgefaßt werden kann.
Die folgenden Ausführungen sind auch keine literarischen, keine philosophischen Auseinandersetzungen. Soweit die schöne Literatur herangezogen wird, handelt es sich nur um zufällig Angeflogenes. Von dieser Seite das Problem zu bearbeiten, steht meines Erachtens denen zu, die sich mit Geisteswissenschaften befassen.
Was hier mitgeteilt werden soll, ist zumeist am Krankenbette Todkranker Erlauschtes, aus dem sich mir ein psychologisches Verstehen des glücklichen Sterbens ergeben zu haben scheint.
Es sind mehrere Jahre her, als sich im Spital folgender Fall ereignete:
Eine junge Lehrerin wurde in eine wenig aussichtsvolle Behandlung genommen, nachdem sich im Gefolge einer Gebärmutteroperation wegen krebsiger Neubildung diese im ganzen Körper auszubreiten begann. Besonders das Knochensystem wurde in raschem Tempo von der bösartigen Krankheit betroffen. Es war kein Zweifel, daß die Arme sich bei dem zunehmenden Kräfteverfall ebenso der Natur ihrer Erkrankung, wie auch der Unmöglichkeit einer Heilung bewußt sein mußte. Trotzdem trug die Patientin eine auffallende Ruhe zur Schau, lächelte gewissermaßen überlegen, wenn man an ihr Bett trat, beteuerte, keine Schmerzen zu haben, obwohl dies kaum glaublich war, und lehnte narkotische Mittel direkt ab. Dieses Verhalten hätte man geradezu bewunderungswürdig nennen müssen, wenn nicht auch im Äußeren der Patientin allmähli