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Der Fortschritt im Verständnis der Zwangsneurosen wurde beträchtlich behindert durch die natürliche Neigung des Klinikers, seine Bemühungen auf die charakteristischen klinischen Züge der Krankheit zu konzentrieren. Auf diese Weise beschränkte er jedoch den Spielraum seiner ätiologischen Untersuchungen. Das Studium der verschiedenen Übergangs- und Mischtypen zeigt, daß die wirkliche Bedeutung der Zwangserscheinungen nicht richtig gewürdigt werden kann, ehe nicht die Beziehungen dieser Erkrankung einerseits zur Hysterie, anderseits zu den Psychosen festgestellt sind. Jene Geneigtheit, die Zwangsneurosen als isoliertes klinisches Gebiet zu behandeln, wurde durch die Besonderheit und Kompliziertheit des Symptombildes noch begünstigt. Freud hat selbst auf diese Kompliziertheit hingewiesen und bedauert, daß die Symptomabweichungen nicht gesammelt worden sind. Tatsächlich ist der Grad der Verzweigung einer Neurose an sich schon bedeutsam. Je weitläufiger sich ein Symptombau ausbreitet und die Ich-Struktur durchdringt, desto wahrscheinlicher entspricht er einer Phase der Ich-Entwicklung. Die Kompliziertheit der Zwangsneurose ist, mit anderen Worten, abhängig von dem Umfang, der Stärke und der Elastizität ihrer Abwehrfunktionen. Die Zwangsneurose ist ja bekanntlich die elastischeste aller Neurosen. Und es ist gut, daß es so ist, hat sie doch eine wichtige und schwierige Aufgabe zu erfüllen, die darin besteht, eine regressive Flucht vor den durch die fortschreitende Entwicklung hervorgerufenen Angstzuständen zu ermöglichen und zugleich dieser Regression entgegenzuwirken. Das ist natürlich nicht die erste oder einzige Richtung der Abwehr. Wir haben einige Ursache anzunehmen, daß im Falle des Erwachsenen ein Puffer von Verdrängungs- und Konversionsmechanismen die Angstzustände, die durch den Ansturm der Sexualität und die Lebensbedingungen des Erwachsenen jäh ausgelöst werden, bis zu einem gewissen Grad noch unmittelbarer unwirksam macht. Die klinische Untersuchung zeigt jedoch