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Die bisher von sechs Wiener Autoren:2 Schilder, Hartmann, Nunberg, Reik, Federn, Sadger, vorliegenden analytischen Afbeiten über Depersonalisation haben, trotz wichtigen Beiträgen zum Problem, den Mechanismus der Krankheit teils als nicht aufhellbar festgestellt, teils Erklärungen geliefert, die zueinander in Widerspruch stehen. Eine Zusammenfassung der zitierten Arbeiten erscheint überflüssig, auch beabsichtigen wir nicht, gegen dieselben zu polemisieren. Wir begnügen uns damit, unseren Beitrag zu liefern, wobei jeder von uns eine ausführliche Krankengeschichte publiziert. Die analytische Kasuistik der Depersonalisation ist sehr unzulänglich. Sonderbarerweise gibt es, von einer Ausnahme (Sadger) abgesehen, keine analytische Krankengeschichte von Depersonalisationsfallen. Leider ist auch die Sadger sehe Krankengeschichte bloß bedingt verwertbar, da sie, obwohl sie 1928 erschien, die metapsychologische Strukturierung der Persönlichkeit nicht berücksichtigt. Was von den übrigen Autoren veröffentlicht wurde, entstammt entweder ihrer voranalytischen Zeit (Schilder), ist rein psychiatrisch deskriptiv (Hartmann), begnügt sich mit kurzen, manchmal bloß wenige Zeilen umfassenden Andeutungen (Nunberg, Reik) oder verzichtet gar völlig auf Kasuistik. Ferner halten einzelne Autoren in ihren kasuistischen Mitteilungen chronisch zwei völlig disparate Probleme nicht genügend auseinander: die echte Depersonalisation, eine Krankheit sui generis, und die am Anfang oder im Verlaufe fast jeder Neurose vorkommenden passageren Depersonalisationszustände. Auf diesen Übelstand hat Sadger mit Recht verwiesen. Der Ungeklärtheit des Problems und der Differentialdiagnose entspricht auch die düstere Prognose: Die Autoren enthalten sich entweder jeder Meinungsäußerung oder halten die Krankheit für unheilbar.
Die große Unsicherheit im Problem der Depersonalisation — denn dies ist u. E. das Charakteristikum des gegenwärtigen Standes der analytischen Deper-sonalisationslehre — ist wohl der Tatsache