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gehalten im Seminar über theoretische Grundlagen der Psychoanalyse am 10. November 1933.
In dieser Rubrik erscheinen die Beiträge in der Reihenfolge ihres Einlaufes bei der Redaktion
Die Psychoanalyse hat sich die Untersuchung der Quantität als ökonomischen Gesichtspunkt zu eigen gemacht. Die Unmöglichkeit exakter quantitativer Angaben gilt aber bei manchen Beurteilern als Argument, um ihr den Charakter einer Naturwissenschaft abzusprechen. Die Psychoanalyse verzichtet jedoch nicht auf eine quantitative Betrachtungsweise. Solange die Maßeinheiten fehlen, benützt sie für diese Betrachtungsweise die Methode des Vergleichens. Es handelt sich nun darum, diese vergleichende Betrachtung so auszubauen, daß sie überprüfbar wird.
Bei einem Zwangsneurotiker werden wir z. B. beachten, wie häufig seine Zwangssymptome auftreten, wieviel Zeit er zu ihrer Erledigung benötigt usw. Wir wissen, daß eine quantitative Änderung, wenn sie einmal eine gewisse Größe erreicht hat, bei bestimmten Vorgängen eine Änderung in der Qualität mit sich bringt. Wir befinden uns hier in Übereinstimmung mit anderen Naturwissenschaften, die ebenfalls — man denke etwa an die Farbenlehre — Qualitäten quantitativ aufgelöst haben.
Viel komplizierter ist es schon, zwei verschiedene Patienten in bezug auf quantitative Momente zu vergleichen. Ein Vergleich ähnlicher Symptome bei verschiedenen Kranken wird aber einem Erfahrenen noch gelingen, der Vergleich von zwei verschiedenen Symptomen erscheint dagegen für eine quantitative Untersuchung nicht mehr verwendbar, so z. B. der eines zwangsneurotischen und eines hysterischen Konversionssymptoms.
Auch beim Vergleich von Symptomen derselben Entwicklungsstufe erheben sich große Schwierigkeiten. Versuchen wir z. B., die prägenitale Konversionsneurose, das Stottern, mit einem zwangsneurotischen Symptom zu vergleichen, so zeigt weder die phänomenologische Beschreibung, noch die Verwertung genauer analytischer Details einen Weg, der zu einer quantitativen Schätzung der anale