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Der erste Artikel von A. Kronfeld (Berlin) hat den Titel: „Gibt es einen Tod an Neurose?“ A. Kronfeld bejaht die Möglichkeit eines Todes durch Neurose, er weist auf die intensive Beteiligung der Vaguserscheinungen am körperlichen Ablauf bestimmter Affekte hin und spricht die Ansicht aus, daß bei entsprechender Intensität des Affekts und genügender körperlicher Disposition auch jenseits des Status thymicolymphaticus ein Herztod durch neurotische Reaktion beobachtbar sei. Er illustriert seine Annahme durch den Fall eines Turnlehrers, den die Angst vor gerichtlicher Verfolgung wegen sexueller Delikte an halbwüchsigen Mädchen unter Erscheinungen eines vagalen Kollapses zum Tode führte. Er meint, daß die Angstreaktion in diesem Falle so intensiv ausgefallen sei, weil aus den Vergehen neben der kriminellen Schuld auch die infantile Schuld wirksam wurde und dadurch die Angst des Patienten aus Kastrationsangst, Vitalangst und Gewissensangst sich zusammensetzte und so eine übermächtige Quantität erlangte.
Der zweite Fall, den Kronfeld berichtet, litt an einer nervösen Eßstörung, die, wie die kurze analytische Untersuchungszeit ergab, deutlich infantilen Motiven, Phantasien und Wunschvorstellungen ihre Entstehung verdankte. Die Patientin aß sehr wenig und nahm sofort nach jeder Mahlzeit regelmäßig Abführpillen, bis dreißig Tabletten täglich neben Bitterwasser und Sennatee, um möglichst schleunig den „Unrat“ aus ihrem Leib zu entfernen. Kronfeld leitet aus der kurzen Krankengeschichte als neurosenätiologische Basis einen phallisch-aggressiven Charakter, maßlosen Penisneid, Übernahme der männlichen Rolle, latente Homosexualität, Haß- und Rivalitätsgefühle gegen beide Geschlechter ab. Vielleicht betont er die aus dem Material deutlich sichtbare Angst vor der Gravidität und die Abwehr der Schwangerschaftsphantasien zu wenig. Die neurotische Erkrankung führte zum Tode der Patientin durch enorme Abmagerung und Verhungern.
W. Bircher (Zürich) schreibt „Vom Nervenzusammenbruch“. Er faß