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„Die Entwicklung der Kultur“: ein großes Thema. Vieles kann die Psychoanalyse dazu beitragen. Das wesentliche Problem, das auch in den kulturphilosophischen Büchern Freuds immer wieder gestreift wird, besteht darin, zu erkennen, wie weit die von der Psychoanalyse aufgedeckten Begleiterscheinungen bestimmter Kulturen als Ursachen, und wie weit sie als Folgen gesellschaftlicher Veränderungen und Institutionen aufzufassen sind. — Die Psychoanalyse hat z. B. erkannt, daß die Energien, mit denen die Menschen die sogenannten „kulturellen Leistungen“ betreiben, tatsächlich abgelenkte, sexuelle Triebkräfte sind (Sublimierung). Es ist wahrscheinlich, daß die relativ verlängerte Kindheit des Menschen, die biologische Hilflosigkeit des menschlichen Säuglings (die selbst wieder phylogenetisch erklärt werden müßte) die erste Voraussetzung für die Entwicklung von „Kulturfähigkeit“ war. Aber sicher, kann man nicht etwa deshalb in mechanistischer Weise sagen: je länger einerseits die Kindheit, je länger anderseits eine von außen gesetzte Triebunterdrückung wäre, desto höher wäre die Kulturstufe. (Mechanische Unterdrückung macht Verdrängung, läßt das