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Dieser Vortrag soll der erste einer Reihe von Austauschvorträgen zwischen Wien und London sein, die Ihr Vizepräsident, Dr. Federn, zu einem speziellen Zweck vorgeschlagen hat. Schon seit einigen Jahren war zu sehen, daß viele Londoner Analytiker über eine Anzahl wichtiger Themen mit ihren Wiener Kollegen nicht derselben Ansicht waren; unter diesen Themen kann ich als Beispiel die Frühstadien der Entwicklung der Sexualität, besonders beim Weibe, die Genese des Über-Ichs und seine Beziehung zum Ödipuskomplex, die Technik der Kinderanalyse und den Begriff des Todestriebs anführen. Ich gebrauche den Ausdruck „viele Analytiker“, ohne den Versuch zu machen, sie aufzuzählen, aber es ist klar, daß die Gefahr besteht, lokale Ansichten in einem solchen Grad zu unifizieren, daß man von einer Wiener oder Londoner Schule sprechen könnte, als ob sie verschiedene Tendenzen einer möglicherweise abweichenden Art darstellten. Das ist in keiner Hinsicht wahr, davon bin ich überzeugt. Die Verschiedenheiten sind nur solcher Art, wie sie einem unvollkommenen Kontakt entspringen. In diesem Fall tragen geographische und sprachliche Faktoren zu diesem Zustand bei; die politischen und ökonomischen Störungen der letzten Jahre haben London und Wien einander nicht nähergebracht. Viele englische Analytiker lesen die „Zeitschrift“ nicht und noch mehr Wiener Analytiker lesen nicht das „Journal“. Auch ist es mir bisher noch nicht gelungen, den Austausch von Übersetzungen so frei zu gestalten, wie ich es wünschen möchte. Zwar sind die deutschen Arbeiten dem Journal viel leichter zugänglich als die englischen Arbeiten der Zeitschrift, aber dieser einseitige