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Es gibt Erkrankungen, bei denen die Libidoposition wohl erforscht ist, die aber nicht genügend geklärt sind, weil die Fixierung des Ichs nicht bestimmt werden konnte. Und doch sind beide voneinander abhängig, denn Änderungen in der Libidoposition gehen Änderungen im Ich parallel.
Zu diesen bisher ungeklärten Erkrankungsformen gehört beispielsweise die Sucht. Glover meint, das libidinöse Moment sei in den Arbeiten über die Sucht genügend betont worden; dennoch ist das Problem nicht gelöst. — Es scheint, daß jede Libidostufe sich als Wunschgehalt der Sucht manifestieren kann; doch muß eine bestimmte Ich-Struktur vorhanden sein, wenn es zur Sucht kommen soll. Deshalb mag das Studium der Süchtigkeit einen Einblick in die Störungen des Ichs versprechen.
Für die Psychoanalyse ist der Begriff der Sucht ein anderer als für die klinische Psychiatrie. Diese versteht unter Süchtigkeit gewöhnlich nur die Rauschgiftsüchtigkeit. Nur nebenbei werden auch Fälle von Süchtigkeit erwähnt, die seltene oder nicht ausgesprochene Rauschgifte betreffen, z. B. Kaffee, Chloralhydrat u. dgl. Die Sprache ist umfassender: Sie operiert mit Worten wie z. B. Eifersucht oder Habsucht. Der Psychoanalytiker kann eine Menge anderer Süchtigkeiten feststellen, die sich als Verschrobenheiten, üble Angewohnheiten u.dgl. darbieten (Glover).
Die Sucht läßt sich nach Federn (1) beschreiben als eine Bedürfnisspannung, die nicht anders zu erledigen ist, als durch sofortige Befriedigung, und zwar durch Einverleibung eines bestimmten Stoffes oder durch Hingabe an eine ganz bestimmte Funktion. Ein Aufschieben der Befriedigung, ein Ertragen, Beherrschen oder Überwinden des Triebes gibt es bei der Sucht nicht. Der davon Betroffene ist nicht oder wähnt sich nicht imstande, die Unlust der Bedürfnisspannung zu ertragen.
Der Wunschgehalt kann verschieden sein. So zeigte ein Patient eine Süchtigkeit, die allen Entwicklungsstufen der Libido entstammte. Er war 35Jahre alt, Staatsbeamter in sehr hoher und sehr verantwortungsvo