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Der Umfang des Stoffes, der uns heute abend beschäftigen soll, kann durch zwei Punkte annähernd angegeben werden. Sie stammen aus dem Lebenswerke desjenigen, der heute seinen 79. Geburtstag begeht, und zu dessen Ehrung Sie diese Sitzung veranstaltet haben: Sigm. Freuds. Die Formulierung der zwei Punkte liegt zeitlich ein Vierteljahrhundert auseinander und kann mit den Jahreszahlen 1905 und 1930 fixiert werden; inhaltlich erstreckt sich der gemeinte Weg von der Entwicklung des einzelnen in der Kinderstube bis zur Problematik der menschlichen Kulturgemeinschaft. Sie erraten, was ich meine. Die beiden Grenzpunkte sind: 1. Die Enuresis der kindlichen Frühblüte, wie sie ihre prägnante Formulierung in den „Drei Abhandlungen …“ gefunden hat; 2. das, was in einer Fußnote des „Unbehagens in der Kultur“ unter dem Stichwort „Zähmung des Feuers“ angedeutet und etwas später unter dem Titel „Zur Gewinnung des Feuers“ in einem Imagoaufsatz 1932 ausgeführt ist. In diesen Rahmen möchte ich dasjenige spannen, was ich, der freundlichen Aufforderung Ihres Herrn Vorsitzenden folgend, Ihnen aus meiner 1934 in der Zeitschrift für Kinderpsychiatrie erschienenen Arbeit „Zur Biologie der Enuresis“ vorzutragen das Vergnügen habe. Manches dort Geschriebene muß im Rahmen eines Vortrags unterdrückt werden, anderes, hoffe ich, tritt damit deutlicher hervor. Es sind in erster Linie klinische Ausführungen, die ich Ihnen zu bieten habe. Als Arzt und ethnologischer Laie habe ich nur wenig zum zweiterwähnten Punkte zu sagen. Die Enuresis als somatische Dysergie bei körperlicher Integrität bildet die Basis meiner Betrachtungen. Von ihr aus soll uns das Walten der beiden Triebarten, wie wir es in den Funktionen und Funktionsstörungen des Harnapparates ersehen können, soll uns die Urophilie und Uropolemie, mit welchen Ausdrücken ich Eros und Thanatos in den Harntriebäußerungen unterscheide, bis in die Nähe des zweiten Punktes führen. Bloß bis in die Nähe. Zu mehr reicht es nicht. Wohingegen eine Überschr