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Die Widerstände der Psychologen und Psychiater gegen die Beschäftigung mit dem Thema der Träume sind so verbreitet, daß wir Psychoanalytiker die einzigen Fachleute auf diesem Gebiete, das viel praktische Erfahrung erfordert, sind.
Der Traum ist für uns Gegenstand täglicher Beobachtung. Der Schüler der Psychoanalyse lernt in seiner Lehranalyse seine Träume deuten. Macht er dann, nach Schulung in Kursen und gründlicher Lektüre von Freuds „Traumdeutung“, selbst seine ersten Analysen unter der Kontrolle eines erfahrenen Analytikers, so berichtet er diesem regelmäßig über die Träume seines Analysanden in der abgelaufenen Woche. So berichtet etwa der Schüler in der internen Medizin über den Verlauf des Organ- oder Harnbefundes bei dem ihm anvertrauten Patienten. Ich beschreibe dies hier, um zu zeigen, wie selbstverständlich die objektiven Traumbeobachtungen und -deutungen Gegenstand ärztlicher Erfahrung geworden sind.
Wird erst eine Psychopathologie der Träume all das Gesetzmäßige, Unbezweifelbare, Erwiesene über dieses Stiefkind der Medizin und Psychologie darstellen, so wird ein Ausweichen und Verleugnen nicht mehr gut möglich sein.
Die Erkenntnis wird sich Bahn brechen, daß „wer sich die Entstehung der Traumbilder nicht zu erklären weiß, sich auch um das Verständnis der Phobien, Zwangs- und Wahnideen, eventuell um deren therapeutische Beeinflussung, vergeblich bemühen wird“ (Freud).
Mit Kretschmer die Überzeugung vertretend, daß es den Grundsätzen einer soliden wissenschaftlichen und ärztlichen Urteilsbildung widerspricht, ein so umfangreiches Stück Erfahrungsmaterial wie die Träume zu vernachlässigen, kommen wir hier nochmals auf die Anregung zu einer Psychopathologie der Träume zu sprechen, die vor allem das Gesetzmäßige dieser seelischen Erscheinung festzulegen hat, aber auch zur Vervollständigung unserer Befunde beitragen wird.
Wenn ich mit meinem ersten Aufsatz über dieses Thema1 durch die Betonung des Wertes auch der manifesten Traumbilder und der durchschaubaren Träu