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Die Zwillingsforschung könnte auch dem Analytiker wertvolle Erkenntnisse übermitteln, wenn in ihr eine Methode gefunden worden wäre, den Aufbau einer Persönlichkeit von seiner erblichen Bedingtheit zu erkennen. Wichtigkeit und Bedeutung der erbbedingten Anlage sind von der biologisch orientierten Psychoanalyse niemals verkannt worden. Aber ebensowenig wie eine genetische Psychologie z. B. bei der Erörterung der Abgrenzung zwischen organischer oder psychologischer Genese eines Symptomes jemals eine Alternativfrage stellen würde, ebensowenig kann eine völlige Trennung von anlagebedingten und umweltbedingten Erscheinungen angestrebt werden. Bedeutungsvoll aber wäre es, in der ererbten Anlage nicht lediglich einen psychologisch unauflösbaren Rest zu sehen, zu dem man gewissermaßen nur per exclusionem gelangt, sondern etwas, das durch eine eigentümliche wissenschaftliche Methode, nämlich die Zwillingsforschung, erfaßbar ist. Daß die Zwillingsforschung zu dieser Aufgabe geeignet ist, weist H. Hartmann in einer vorwiegend kasuistischen Arbeit, einem ausführlichen Bericht über 10 eineiige Zwillingspaare nach. Drei von diesen erbgleichen Paaren sind psychotisch erkrankt, und zwar zwei an einer schizophrenen Psychose, ein weiteres Zwillingspaar an einer atypischen Psychose aus dem manisch-depressiven Formenkreis, während das vierte Zwillingspaar imbezill ist. Im wesentlichen verhielten sich alle Zwillinge konkordant. Diese sehr eindrucksvoll geschilderten und lebendig dargestellten Fälle werden ergänzt durch die ebenfalls sehr ausführliche Mitteilung über sechs nicht erkrankte, sondern „normale“ eineiige Zwillingspaare. Zum Schluß wird über sehr wichtige, leider vom Verfasser nicht selbst beobachtete und deshalb nur unvollständig erfaßte Fälle berichtet, die in der amerikanischen Literatur niedergelegt sind und sich auf sieben eineiige Zwillingspaare beziehen, die seit frühester Kindheit getrennt aufgewachsen sind und deren Diskordanz in Eigenschaften, die sonst bei eineiigen