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Der Autor dieses Buches, das dem praktischen Arzt die Suggestivtherapie empfehlen, andererseits ihn darüber aufklären will, „daß auf keinem Gebiet des menschlichen Lebens so viele Irrtümer und Fehler verbreitet sind, wie auf dem der Sexualität“, ist sichtlich ausgezogen, um die Seuche der Psychoanalyse endlich auszurotten, allerdings nicht, ohne dabei infiziert worden zu sein. Er zeiht Freud der Überheblichkeit, gibt ihm Belehrung, wirft ihm Übertreibungen und mangelhaft fundierte Hypothesen vor, zeigt aber dabei eine weitgehende Unkenntnis der analytischen Materie. So behauptet Kogerer, Freud sei von zwei Erscheinungen des täglichen Lebens, den Träumen und den Fehlleistungen, der Weg zur analytischen Technik gewiesen worden. „Freud versuchte,“ heißt es, „die Mechanismen, die er im Traum und in den Fehlleistungen als spontane kennengelernt hatte, willkürlich nachzuahmen. So entstand die Methode der freien Assoziation.“ Der Weg war natürlich der umgekehrte! (Vgl. Freud, Traumdeutung, IV. Auflage, S. 77: „Es lag nun nahe, den Traum selbst wie ein Symptom zu behandeln und die für letztere ausgearbeitete Methode der Deutung auf ihn anzuwenden.“)
Unter „Übertragung“ versteht Kogerer nur die positive; die negative hat er offenbar übersehen. Immerhin hat er seine Scheu vor der positiven Übertragung aufgegeben, die er noch 1926 in der Wiener Klin. Wochenschrift abgelehnt hat: „Eine Behandlung, in der geradezu gefordert wird, daß der Patient den Arzt, wenn auch nur vorübergehend, als Liebesobjekt akzeptieren müsse“, sei abzulehnen. Inzwischen scheint der Autor mehr Erfahrung gesammelt zu haben, denn er setzt sich mit der positiven Übertragung vernünftig auseinander.
Auf S. 74 scheint der Autor Narzißmus und Masturbation zu verwechseln: Freud bezeichne die schizophrenen Psychosen als narzißtische, weil sie bei der Masturbation verharren (!?); es werde so der Anschein erweckt, als ob die Regression auf eine bestimmte Stufe der Sexualität die Ursache der Erkrankung wäre, während