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In stark ichbetonter, mehr überzeugter als überzeugender Weise trägt der Verf. seine Ansichten und Meinungen vor, die nicht sonderlich neuartig erscheinen und für deren Berechtigung eigentlich kein neuer Beweisgrund angeführt wird. Im wesentlichen knüpft der Verf. an die Konzeptionen Kretschmers an über den grundsätzlichen Dualismus der Psychosen. Für ihn ist die schizophrene Psychose lediglich die Zuspitzung einer normalpsychologisch erfaßbaren Entwicklung, Endabschnitt einer „Zerfallserscheinung der Seele schlechthin“. Die Voraussetzung der Psychose ist das „Sonderlingswesen“, ungefähr dem Schizoid Kretschmers entsprechend, das sich durch seine „schizophrene Farbe“, die nach Ansicht des Verf. bisher noch nirgends beschrieben worden ist, durch die „Kontaktlosigkeit“ kennzeichnet. Vom Begriff des kontaktunfähigen Sonderlings aus wird dann der Ödipuskomplex behandelt, der sich nun in einem ganz neuartigen Licht darstellt: die Schwierigkeiten der Ödipussituation sind die typischen Schwierigkeiten des Sonderlings, sind bereits Ausdruck seiner primären Kontaktunfähigkeit, der familiären Umgebung gegenüber. Deshalb erübrigt es sich auch, den Ödipuskomplex zu analysieren, es genügt ein Hinweis auf seine für die Persönlichkeit lediglich symptomatische Bedeutung. Die Ansichten des Verf. über die Psychotherapie des Sonderlings sind schwer zu referieren, denn in ihnen ist alles enthalten, was gut und modern ist. Gegensätze werden durch ein konziliantes „sowohl — als auch“ überbrückt: Psychotherapie ist Arbeits- und Erlebnisgemeinschaft, eine wichtige Rolle spielt Glaube, aber auch Skepsis, Pathos und Sachlichkeit, Liebe und Strenge; Analyse, doch keine Symboltüftelei: unter Ausschaltung des ominösen Ödipuskomplexes kann sie angewandt werden; dagegen tut etwas synthetisch-konstruktive Seelenbehandlung immer gute Dienste ebenso wie Priestertum und autogenes Training; der Seelsorge muß die Körpersorge an die Seite gestellt werden. Immer aber muß sich der Psychotherapeut klar sei