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Unser Verstehen psychologischer Zusammenhänge beruht auf der stillschweigenden Voraussetzung gewisser Kausalbeziehungen, die uns aus den Erfahrungen des täglichen Lebens bekannt sind, und deren Gültigkeit wir als selbstverständlich annehmen. Zorn und aggressives Verhalten erscheinen uns als natürliche Reaktionen gegenüber einem Angriff, Furcht und Schuldgefühl als Folgen von Feindseligkeit; Neid betrachten wir als Ergebnis von Schwäche und Insuffizienzgefühlen. Derartige unmittelbar einleuchtende Schlußfolgerungen, wie: „Ich hasse ihn, weil er mich angreift“, werde ich als emotionale Syllogismen bezeichnen. So wie das logische Denken sich auf intellektuellen Syllogismen aufbaut, so beruht auch die Logik der Gefühle auf einer Reihe von emotionalen Syllogismen. Was uns diese emotionalen Kausalbeziehungen als evident erscheinen läßt, sind die täglich wiederholten Erfahrungen der Selbstbetrachtung, das Erleben dieser emotionalen Ketten in uns selbst, die wahrscheinlich wenige Augenblicke nach der Geburt beginnen und erst mit dem Tode aufhören. In genau derselben Weise wie die Logik des intellektuellen Denkens auf der Wiederholung und Anhäufung von Erfahrungen über Beziehungen innerhalb der Außenwelt beruht, so besteht die Grundlage der emotionalen Logik aus den angesammelten Erfahrungen über die emotionalen Reaktionen unseres eigenen Innenlebens. Die Logik des intellektuellen Denkens ist der Niederschlag unserer äußeren Erfahrungen,