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Keine Hochschule, keine Universität beschäftigt sich heute mit der psychoanalytischen Ausbildung. Neben manchen Nachteilen brachte dieser Umstand den Gewinn mit sich, daß die einzelnen analytischen Gruppen so lange frei experimentieren konnten, bis sich nach Sammlung zahlreicher Erfahrungen die heutige Methode herausbildete.
Es lag nicht nur an dem Widerstand der führenden wissenschaftlichen Kreise, daß die Analyse noch nicht in die Reihe der Lehrgegenstände einer Fakultät aufgenommen wurde. Die analytische Ausbildung weist Schwierigkeiten auf, die es unmöglich machen, sie in den gewohnten Rahmen des heute üblichen wissenschaftlichen Unterrichts einzufügen. Die analytische Therapie läßt sich ebensowenig wie jede andere aus Büchern und Vorträgen allein erlernen. Eine besondere Schwierigkeit bedeutet aber, daß man die analytische Behandlung an Kranken nicht demonstrieren kann. Die Analyse fordert deshalb von den Schülern besondere Opfer. Die Schüler der Medizin müssen nicht die Krankheitsmechanismen an sich selbst erproben. Sie lernen den Aufbau des Körpers an anderen. Der Analytiker dagegen kann nur durch die Analyse der eigenen Person erfahren, welchen allgemeinen Gesetzen die Psyche folgt und welche jene spezifischen Faktoren sind, die deren gesunde oder kranke Entwicklung beeinflussen. Er kann nur durch die Untersuchung der eigenen Persönlichkeit zur Überzeugung gelangen, daß es ein unbewußtes Seelenleben gibt, welches die Handlungen des gesunden Menschen ebenso beeinflußt wie die des Kranken.
Diese Seelenuntersuchung ist der wichtigste Teil der analytischen Ausbildung. Deshalb analysierte Freud seine Träume, um auf diesem Wege das eigene Unbewußte kennenzulernen. Wer sein Buch über die Traumdeutung gelesen hat, in dem er nur einen Teil dieser Traumanalysen beschreibt, konnte erfahren, mit welchen Schwierigkeiten eine solche Selbstanalyse verbunden ist. Wahrlich, nur die Begeisterung des Forschers und das sich über jede persönliche Empfindlichkeit erhebende Verlange