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Die grundlegenden Werke Freuds (1), Abrahams (2), Rados (3) und anderer über Melancholie gewähren uns einen tiefen Einblick sowohl in die psychische Struktur als auch in den Mechanismus dieses Leidens. Fenichel (4) beschrieb in seinem Buch den Inhalt dieser Arbeiten in historischer Folge und hob einige wichtige Punkte, welche noch nicht genügend erklärt waren, zur Diskussion hervor.
Nachdem Freud und Abraham gefunden hatten, daß Ambivalenz, gegen das Ich gerichteter Sadismus und Oralität die auffallenden Merkmale der Personen sind, welche an Melancholie leiden, hat Freud in seinem Werke „Trauer und Melancholie“ eine Theorie über das Wesen dieser Krankheit gegeben. Gemäß dieser Theorie tritt Melancholie dann auf, wenn dem sogenannten Objektverlust (Freud) der Vorgang der Introjektion des Liebesobjektes folgt. Freud entdeckte die Tatsache, daß die Selbstbeschuldigungen des Patienten dem Objekt selbst angemessen sind, und daß die Ausdrücke des Patienten, welche ganz sinnlos zu sein scheinen, ihren Sinn erhalten, wenn wir in seine Klagen an Stelle von „Ich“ den Namen des verlorenen Objektes setzen.
So kamen wir zu der Einsicht, daß das hauptsächlichste Symptom der Melancholie, die Selbstbeschuldigung, nichts anderes darstellt als die verkleideten Beschuldigungen des Patienten in bezug auf sein verlorenes und nun introjiziertes Objekt. Der Prozeß der sogenannten narzißtischen Regression trat hier in Erscheinung, in der Weise, daß ein Teil des Ichs des Patienten zum Objekt wurde, und daß das Über-Ich des Patienten sein eigenes Ich nun genau so behandelt, wie der Patient unbewußt das verlorene Objekt behandeln wollte. Der Sadismus, welcher ursprünglich auf das Objekt gerichtet war, fiel plötzlich dem Über-Ich zu und wütet nun gegen das durch die Introjektion verwandelte Ich. Es besteht kein Zweifel, daß diese Freudsche Formel in vielen Fällen von Melancholie zu Recht besteht. Helene Deutsch (5) beschrieb einen besonders lehrreichen Fall dieser Art in ihrem Buch „Psychoanalys