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Zunächst stellt Stekel seinem Kollegen Gutheil das beste Zeugnis aus. „Durfte ich doch als Meister mit dem Stolz eines geistigen Vaters die Fortschritte eines Schülers beobachten, der sich selbst zum Meister entwickelt hat.“ Der Meisterschüler ehrt anderseits seinen Meister durch folgende Sätze: „Stekels aktive Analyse berücksichtigt viel mehr die Bedürfnisse des praktischen Arztes. Sie ist viel elastischer und stellt den Arzt wieder als Hauptperson in die Therapie, aus der ihn die Freudsche Analyse verbannt hat. Die Analyse Stekels ist die vom Arzte aktiv geleistete Heilarbeit, bei der nicht nur unkontrollierte ‚Lösungen‘ und ‚Abreaktionen‘ im Kranken spontan zu erfolgen haben, sondern bei der der Arzt den Kranken durch wohldurchdachte Weisungen und Ratschläge in jene Verfassung geleitet, die er nach gründlicher Erforschung des Falles als die beste erkannt hat.
Stekel hat durch dieses Verfahren in das starre System der Freudsehen Analyse eine Bresche geschlagen. In den drei Lustren, die ich ihm Gefolgschaft leiste, ist mir keine seiner Lehren wichtiger erschienen, keine Erkenntnis heiliger gewesen, als die, daß der Kranke, der zu mir kommt, von mir nichts anderes begehrt, als daß ich ihm helfe. Es ist dies ein Bekenntnis zur Therapie, das ich hiemit ablege. Es ist wichtig, dies zu betonen, seitdem psychologische und philosophische Lehrmeinungen in den Wirkungskreis der Psychotherapie gezogen werden, seitdem es immer mehr Kranke gibt, welche von ihren Ärzten in die unterschiedlichen seelenkundlichen Lehrsysteme eingeführt, zu Sachverständigen ausgebildet werden, ohne vorerst gesund zu sein.“ Die Psychoanalyse, sofern Gutheil auch sie mit seinen Vorwürfen treffen wollte, fühlt sich von ihnen frei, da es ihr ständig betontes Bestreben ist, rein intellektuelle Verarbeitung der Deutungen als Widerstand zu bekämpfen und durch affektive Verarbeitung zu ersetzen.
Das Buch gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil. Im allgemeinen Teil wird zu diagnostischen