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Eine Patientin hörte ihren Vater wiederholt die Shakespeareverse rezitieren:
“Now is the winter of our discontentMade glorious sommer by the sun of York“.
Sie mißverstand “sun” zu “son”, und verstand die Verse unbewußt dahin, daß ihr Vater ihr den Bruder vorziehe.
Eine Geschichte aus der griechischen Mythologie, die bisher wenig Beachtung fand, ist eine gute Illustrierung des weiblichen Kastrationskomplexes: Das Mädchen Kaines wünschte, nachdem sie einmal von Poseidon geraubt worden war, damit ihr so etwas nie wieder
widerfahren könne, ein Mann und gleichzeitig unverwundbar zu werden. Der Wunsch wurde erfüllt und aus Kainis wurde Kaineus; dieser aber war berüchtigt wegen seiner Gottlosigkeit, denn er weigerte sich, anderes anzubeten, als seinen eigenen Speer.
Ein Patient träumte einen Kreuzigungstraum, der viele Details der Kreuzigung Christi wiederholte, ohne daß der Patient dessen gewahr wurde. Er hatte einen starken „Laioskomplex“ gegenüber seinem neunjährigen Sohn.
O. Fenichel (Prag)