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Die bekannte Theorie des Autors vom „Menstruationskomplex“ wurde in einer neuen Arbeit, die in Heft 2 dieses Jahrganges der Int. Ztschr. f. Psa. unter dem Titel „Der Kern des Ödipuskomplexes“ erschienen ist, in interessanter und sehr problematischer Weise weitergeführt. Die hier vorliegende Untersuchung will nur eine Ergänzung dieser deutschen Arbeit sein, indem sie die dort aufgestellten Thesen an Hand von Beispielen aus der Literatur, besonders aus Baudelaire und E. A. Poe, zu exemplifizieren sucht. — Es kann hier nicht die Stelle sein, die Theorie selbst zu kritisieren; und dennoch wäre das nötig, da das Literaturmaterial so geartet ist, daß aus ihm allein die Theorie nie abgeleitet werden könnte, sondern daß es nur die Theorie, wenn sie einmal von ganz anderswo aufgestellt wurde, zu bekräftigen scheint. Wenn etwa Baudelaire seine Geliebte bat, sich ihm nackt, aber mit Juwelen behangen, zu zeigen, und D. dazu bemerkt „Schmuck symbolisiert die Männlichkeit, die Verleugnung der (menstruell) blutenden Vagina“, so ist der Zusammenhang mit der Menstruation sehr lose; die herangezogenen Stellen reichen jedenfalls nicht aus, davon zu überzeugen, daß die „Inzestschranke um das Trauma der Menstruation zentriert“ und „daß der Menstruationskomplex der Kern des männlichen oder eigentlichen Ödipuskomplexes“ ist.
O. Fenichel (Prag)