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M. D. u. H.! Bevor ich auf mein eigentliches Thema eingehe, möchte ich erst klarstellen, daß eine Ferenezi-Schule — in dem Sinne, daß unter seiner Leitung in Budapest eine einheitliche Arbeitsweise entstanden wäre, die einheitliche Ergebnisse zeitigt — nicht existiert. Dies ist für jeden, der Ferenczi und seine Art gekannt hat, selbstverständlich. Er war durch und durch Individualist, und seine Lehrtätigkeit bestand in der Hauptsache darin, daß er seine, oft wechselnden, Ideen und Versuche uns — allerdings in der ihm eigenen suggestiven Weise — mitteilte und es im übrigen uns überließ, davon so viel zu übernehmen, wie wir konnten und wollten. Er bediente sich in sehr geringem Grade jener Beeinflussungsmöglichkeiten, die am ehesten geeignet sind, eine einheitliche Arbeitsweise herzustellen. Ich meine die Seminare und Kontrollanalysen. Wahrscheinlich, weil die systematische Lehrtätigkeit mit der Experimentierfreiheit, die sein Lebenselement war, schwer zusammenpaßte.
Auf dem Wiesbadener Kongreß sagte er selbst im Kreise seiner Schüler, ihm wäre manchmal angst und bange, wenn er an die verschiedenen Richtungen, die er im Laufe seines Lebens eingeschlagen, denke und sich vorstelle, daß vielleicht jetzt, in der Welt verstreut, sich einige seiner Schüler finden, die noch immer treu an der einen oder anderen der von ihm bereits verlassenen Methoden festhalten. Wir mußten ihn damals beruhigen, daß wir doch keine Automaten seien.
Es ist gewiß nicht einem jeden gegeben, seine eigenen Wege zu gehen, doch die Freiheit, die Ferenczi seinen Schülern ließ und der Mut, zu dem er sie immer wieder aufforderte, die Dinge der täglichen Praxis mit immer frischen, naiven Augen zu sehen, gehört sicher zu dem Besten, was wir, außer dem Inhaltlichen, von ihm bekommen haben.
Der Ausgangspunkt der Ferenczischen Versuche war — wie er es selbst oft betonte — die Unzufriedenheit mit den therapeutischen Resultaten im allgemeinen. Manche Fälle versandeten oder mußten mit einem Teilerfolge aufgegeben