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Rado hat in. seiner letzten Arbeit2 den Prozeß der Süchtigkeit in einem Grundschema dargestellt und auf eine so breite Basis klinischer Erfahrung und analytischen Wissens gestellt, daß wir wohl annehmen können, der Ablauf der Süchtigkeit sei in seiner Gesetzmäßigkeit erfaßt. Seine Untersuchungen setzen an dem Punkt ein, wo die „Initialverstimmung“ so groß geworden ist, daß sie mit psychischen Mitteln allein nicht mehr zu bewältigen ist und das Ich zu Rauschstoffen greift.
Es bleiben also die Fragen zu untersuchen, ob die „Initialverstimmung“ ein einheitliches Krankheitsbild darstellt, bzw. wenn nicht, welche Art von Krankheitsprozessen und welche Libidostruktur die zwingende Veranlassung zu dieser „pharmakothymen Erledigung“ der Konfliktspannung bieten.
Das Problem der Libidostruktur ist ziemlich weitgehend geklärt. Seit den ersten entsprechenden Arbeiten von Abraham3,4 und Rado5 haben zahlreiche Beobachtungen verschiedener Analytiker bestätigt, daß eine starke orale Fixierung und die ihr zugeordnete Neigung zu Depressionen die libidinöse Bedingung zur Süchtigkeit abgeben. — Trotzdem entstand eine Diskussion über Art und Wesen der Süchtigkeit, genauer über die Frage, durch welchen Krankheitsprozeß die zur Süchtigkeit führende orale Fixierung freigelegt wird. In diesem Punkt ist bisher eine einheitliche Auffassung nicht erreicht worden. Während Simmel6 meint, daß die Sucht einem zwangsneurotischen Abwehrmechanismus entspreche, daß erst das Rauscherlebnis eine primäre Übertragungsneurose in eine narzißtische Neurose verwandle, wirft Glover7 das Problem auf, ob es nicht Fälle von Süchtigkeit gebe, die sich umgekehrt entwickeln. Nach ihm folgt auf eine tiefe Regression im Sinne der Paranoia während der zweiten Phase der Krankheit, der Wiederherstellung der Umweltbeziehungen, quasi als Heilungsprozeß die Süchtigkeit. Glover will aber seine Theorie nicht auf alle Fälle der Süchtigkeit angewandt sehen. Auch mir