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Der Verfasser stellt sich in diesem Buch eine aktuelle und wichtige Aufgabe, denn er beabsichtigt eine lehrbuchmäßige Darstellung der neurologischen Erbkrankheiten und gleichzeitig eine Einordnung der Erfahrungen auf dem Gebiete der Neurologie in die Erbwissenschaft. Die Anlage des Buches setzt eine feste Konzeption, einen vielleicht einseitigen, sicherlich aber einheitlichen Gesichtspunkt voraus. Die Einteilung der einzelnen neurologischen Erkrankungen im speziellen Teil des Buches geschieht im wesentlichen nach pathologisch-anatomischen Gesichtspunkten. Eine Einteilung, wie sie der Gegenstand eigentlich erfordert, nämlich nach den Erbgesetzen, ist nicht durchführbar. In einem gesonderten Kapitel werden die „funktionellen Erbkrankheiten des Nervensystems“, darunter Epilepsie, Migräne, Psychopathie und Neurosen abgehandelt. Auch bei der Migräne werden die Erbfaktoren für ausschlaggebend gehalten, der Erbgang ist bei dem häufigen Vorkommen der Migräne bei Eltern und Kindern wahrscheinlich die einfache Dominanz. Vererbt wird die „allergische Grundkonstitution“ und „die allergische neuropathische Konstruktion“; die Migräne stellt somit einen „Schnittpunkt mehrerer Teilbereitschaften“ dar. Zu ähnlichen Schlüssen kommt der Verfasser bei der Beurteilung von Neurosen und Psychopathie. Auch dem Analytiker ist die Tatsache nicht unbekannt, daß psychopathische Eltern psychopathische Kinder bekommen, und es ist schließlich nicht zu leugnen, daß auch die Psychopathen die Kinder ihrer Eltern sind. Aber die entscheidende Bedeutung der exogenen Ursachen in der Genese der Neurosen ist in keiner Weise durch die Tatsache ihrer Häufung in bestimmten Sippen vermindert. Gerade bei der Fülle des gebotenen Materials, besonders auch der neurologischen Kasuistik, ist immer wieder von neuem erstaunlich, in wie hohem Maße die Kenntnisse der Erbwissenschaft noch Stückwerk sind, und daß fast bei keiner Erkrankung der Erbmodus gesichert ist. Die lehrbuchmäßige Darstellung verführt oft zu allzu g