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„Reine“ Kunst und „reine“ Wissenschaft nennt S h. eine solche Kunst oder Wissenschaft, welche keinerlei praktischen Zwecken dienen will, sondern nur aus dem innern Drang ihres Schöpfers entsteht. „Letzten Endes würde der ‚reine‘. Künstler zugrunde gehen, wenn nicht Freunde und Beschützer für ihn sorgen würden.“ Sh. meint auch, was Ref. bezweifeln möchte, daß die großen Entdeckungen in der Naturwissenschaft niemals von Technikern gemacht wurden, sondern nur von „reinen“ Wissenschaftlern, die sich für die praktische Verwendung ihrer Erkenntnisse nicht interessierten. — Was bringt die Künstler und Wissenschaftler zu so nutzlosem Beginnen? — Die Antwort auf diese Frage wird in Beschränkung auf den psychologischen Gesichtspunkt gesucht durch die genetische Forschung danach, welche Mechanismen in frühen Stadien der Libidoentwicklung es sind, durch die zum ersten Male geschah, was später in Kunst und Wissenschaft „sublimiert“ wiederkehrt. Die Autorin beabsichtigt dabei nicht, die Inhalte der Triebkonflikte, die in künstlerischer und wissenschaftlicher Betätigung zur Entladung drängen — etwa Probleme des Ödipuskomplexes und des Schuldgefühls in der Kunst — zu untersuchen, sondern sie fragt mehr nach dem formalen Element, wieso „nutzloses“ Schaffen überhaupt von Konflikten befreien könne.