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Ein Eifersuchtstypus, der in der psychoanalytischen Literatur bisher nicht beschrieben wurde, wurde zuerst in einem sehr ausgeprägten Fall meiner Beobachtung zugänglich; einmal durch die Analyse aufgeklärt, konnte der nun vertraute Mechanismus in einem weniger ausgeprägten und deshalb auch weniger bemerkbaren Grad auch in anderen Fällen festgestellt werden, was einige Schlüsse von allgemeiner Gültigkeit nahelegte.
Diese krankhafte Eifersucht zeigte sich zuerst nach einem Stück Analyse und könnte ein passagères Symptom genannt werden. Die Patientin war eine junge, verheiratete Frau, die wegen Frigidität beim Sexualverkehr und wegen gewisser Hemmungen zur Analyse kam, aber dies kaum aus eigenem Antrieb, obwohl eine Neigung zur Homosexualität sie beunruhigte. Sonst waren keine klinischen Symptome vorhanden. Die Eifersucht bezog sich, als sie auftauchte, auf den Mann der Patientin und seine vermeintlichen Beziehungen zu anderen Frauen. Aus Gründen der Diskretion kann ich mein Material nicht allzusehr in seine Einzelheiten verfolgen; außerdem würde eine Diskussion über die Beziehung zwischen der affektiven Haltung der Patientin und der äußeren Realität eine Studie für sich erfordern und hier zu weit führen. Ich will nur sagen, daß sie zu gewissen Zeiten und in mancher Hinsicht Gründe zu eifersüchtigem Argwohn hatte. Die Eifersucht manifestierte sich auch in der Übertragungsbeziehüng zu mir; d. h. sie glaubte, daß in meinem Schreibtisch an mich gerichtete Briefe, sei es von ihrem, sei es von irgendeinem anderen Mann, den sie begehrte, verborgen wären.
Die Patientin behauptete, daß sie, ehe diese Gefühle im Laufe der Analyse erwachten, nie in ihrem Leben eifersüchtig gewesen wäre. Tatsächlich hatte sie vor ihrer Verheiratung wenig Anlaß zur Eifersucht gehabt; in bezug auf ihren Mann aber hatte sie später nicht mehr Grund dazu als vor der Analyse. Ihr Mann war durchaus die wichtigste Person in ihrem Leben; deshalb glaubte ich, als die eifersüchtigen Gefühle erwachten, vermute