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Ausgangspunkt dieser Arbeit bildet die Untersuchung eines Prozesses im Seelenleben, dessen Kenntnis an sich gewiß nicht neu ist. Da ich jedoch den Eindruck gewonnen habe, daß diesem Prozeß allgemeinere Bedeutung, vielleicht eine psychische Gesetzmäßigkeit zugeschrieben werden sollte, möchte ich versuchen, ihn an einigen Beispielen zu beleuchten und einen Beitrag zur Erklärung seiner Bedeutung für das Seelenleben zu liefern. Ich könnte dieses psychische Geschehen etwa folgendermaßen formulieren:
Die verschiedenartigsten Abläufe seelischer Prozesse — darunter auch einander entgegengesetzte — können zum gleichen Endresultat führen, d. h. den gleichen Zustand im Ich hervorrufen. Diese Vorgänge sind bei der Betrachtung der Genese von neurotischen Hemmungen, die bekanntlich der Ausdruck von Funktionseinschränkungen des Ichs sind, gut zu studieren.
Man macht bei diesem Studium die Entdeckung, daß bei einem Patienten eine solche Hemmung durch einen bestimmten Ausgang eines Triebvorgangs, beim anderen durch den genau entgegengesetzten Ablauf hervorgerufen wurde. Ich möchte mich in dieser Arbeit mit dem Spezialproblem der Folgen solcher entgegengesetzten Triebabläufe beschäftigen und will versuchen, diese näher zu illustrieren. Dabei schicke ich voraus, daß die Wege, auf denen solche gleichartige Endzustände im Ich erreicht werden, wieder die verschiedenartigsten sind. Sie werden aber zunächst unerwähnt bleiben, da sie für unsere ersten Fragestellungen irrelevant sind.
Es ist der Psychoanalyse seit langem geläufig, daß Arbeits- und Lernhemmungen ihre Ursache häufig in der Masturbation finden. Wenn der betreffende Patient übermäßige Onanie betreibt, fällt uns die Erklärung dieses Zusammenhanges nicht schwer. Dem Patienten, der den größten Teil seiner psychischen Energie zur Selbstbefriedigung verwendet, bleibt nicht genug Libido zur Verfügung, um andere Aufgaben zu erfüllen. Seine Arbeitshemmung, die Einschränkung seine