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M.D.u.H.! Es ist Ihnen allen bekannt, daß wir die „Grundregel“ der psychoanalytischen Behandlung jene Vorschrift nennen, die wir unseren Patienten auferlegen, nämlich: alles mitzuteilen, was ihnen während der Behandlung durch den Kopf geht, uns keinen ihrer Gedanken — welcher Art sie auch sein mögen — zu verheimlichen.
Diese Vorschrift ist für uns unumgänglich notwendig, um alles, was den Patienten — bewußt und unbewußt — erfüllt, gründlich zu erfassen.
Meine heutige Aufgabe besteht darin, Ihnen die Fälle vorzutragen, in denen die strenge Anwendung der Regel unangebracht sein könnte. Zum Schluß werde ich versuchen, die Richtlinien zu definieren, die uns unsere bisherige Erfahrung bei der allgemeinen Anwendung der Grundregel zu befolgen befiehlt.
Sie werden wohl zugeben, daß die Anwendung jeder Behandlungsvorschrift eine kluge Anpassung des Therapeuten verlangt, wenn dieser nicht das genaue Gegenteil des erstrebten Resultates erreichen will. Jede Regel kann nämlich ad absurdum geführt werden. Bei der Befolgung der Grundregel wählt der Patient, auch wenn er uns alles, was ihm in den Sinn kommt, sagen will, selbstverständlich einigermaßen zwischen seinen Gedanken. Er begnügt sich damit, nichts bewußt zu verschweigen; es passiert ihm aber, daß er, sogar wider seinen Willen und ohne es sich vorgenommen zu haben, uns nicht alles sagt. Manchmal merkt er erst später, daß er vergessen hat, uns einen Gedanken mitzuteilen, den er uns anzuvertrauen beabsichtigte. Dies ist aber belanglos und erlaubt uns sogar, den Widerstand, den manche Gedankenfolgen bei dem Patienten verursachen können, zu verfolgen.
Durch die allzu systematische Bemühung, uns alles, was ihn bewegt, zu sagen, gerät der Analysand am Ende in den Bann dieser Verpflichtung und befindet sich nicht mehr in einer Stimmung, die das Aufblühen seiner Gedanken begünstigt: so beschäftigt ist er, jeden Gedanken, der ihm durch den Kopf geht, festzuhalten. Die auf solche Weise durch den Analysanden angewandte Grundregel würde al