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Freud lehrt, daß Frauen drei Möglichkeiten haben, sich mit ihrem Schicksal abzufinden: Sexualhemmung — Vermännlichung — Annahme der weiblichen Rolle. Die dritte Möglichkeit wird — wie in psychoanalytischen Arbeiten oft und ausführlich dargestellt — durch das Kind, das die Frau gebiert, bedeutend erleichtert; ja, die erste und die zweite Reaktion, die sich in jeder Frau bis zu einem gewissen Grade entwickeln, werden über den Weg der Mütterlichkeit zur dritten (normalen) Reaktion übergeführt und mit ihr verschmolzen. Anderseits sehen wir in Fällen von konstitutioneller oder im Leben erworbener Sterilität eine Regression zu den beiden ersten Reaktionen eintreten, die sich in die Formel fassen lassen: Kinder kann ich nicht haben, also will ich auch kein Weib sein.
Manche Frauen zeigen alle drei von Freud genannten Reaktionsmöglichkeiten vereint, und das nicht etwa zu verschiedenen Zeiten ihres Lebens, sondetn gleichzeitig. Gegen den einen, obgleich geliebten Mann kann ein deutliches Sexual-Tabu bestehen, während ein anderer in durchaus weiblicher Art angenommen wird. Trotz einer Art Treue und sogar masochistischer Ergebenheit in der Beziehung zu diesem „wirklich“ geliebten Manne, besteht daneben eine messalina-artige Promiskuität mit einem dritten Typus von Männern, die mehr oder weniger häufig gewechselt werden. Die Persönlichkeit dieser Männer bedeutet nicht viel. Sie werden als unwichtiges Anhängsel an einen Penis aufgefaßt. Verwendet werden sie, wie sonst Prostituierte oder vorübergehende Beischläferinnen vom Manne verwendet werden. Aus diesem Grunde und wegen des aggressiven Wagemutes, mit dem diese auswechselbaren Männer erobert werden, wäre man geneigt, diese komplizierten, meistens schönen Frauen maskulin zu nennen, sähe man sie nicht anderseits vor einem Ehegatten oder die Rolle des Ehegatten ausfüllenden Manne zittern und erlebte man nicht überdies hysterische Angstanfälle, sobald ein zum Tabu ernannter Mann, der gleichwohl eine bedeutende Rolle im Leben der F