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Die Versuche, durch psychologische Betrachtung einem Verständnis der Epilepsie näherzukommen, sind nicht mehr selten, wenngleich „in der Frage der Epilepsie Physiologisches und Psychologisches schwer zu sondren ist“ (Ferenczi). Für die nur physiologische Betrachtungsweise ist die psychische Eigenart des Epileptikers Begleiterscheinung und Folge des organischen Krankheitsprozesses. Obwohl auch das künstlerisch introspektive Schaffen z. B. eines Dostojewski dem Analytiker manche Anhaltspunkte zum Verständnis gibt, wollen wir zur klinischen Auseinandersetzung unsere Erfahrungen nur am Kranken sammeln und begründen.
Einer Forschungsrichtung, die das Wesen der Krankheit aus organischem Geschehen allein erklären wollte, ist von psychopathologischer Seite das schwer und selten zugängliche Material gegenüberzustellen, auch wenn es, wie die folgende Krankengeschichte, fragmentarisch blieb. Wenige analytisch-hypnotische Sitzungen ließen Einblicke gewinnen, von denen aus einige Mechanismen des Leidens betrachtet werden sollen. Der Bericht hat also weder eine eingehende Analyse noch einen therapeutischen Erfolg zu verzeichnen. Wenn es gelungen ist, Gesichtspunkte zu entwickeln, die für die analytische Untersuchung anderer Kranker von Wert sind, ist der Zweck dieser Ausführungen erreicht. — Die Schwierigkeit, die sich dem Versuche entgegenstellt, überzeugende Eindrücke aus Analysen objektiv darzustellen, möge mir als Entschuldigung dienen, wenn ich manchmal den Boden der Tatsachen zu verlassen scheine. Die vorliegende Arbeit stützt sich z. T. auf jüngst mitgeteilte Erfahrungen bei einem Falle von traumatischer psychischer Epilepsie.1
Theodor Kindermann hatte mit 19 Jahren — Ende Februar 1924 — in einer Kokerei einen Unfall. Einige Wochen später machte er der Berufsgenossenschaft folgende Angaben: „Ich war an einem Löschwagen beschäftigt. Um die Schieber der Retorten einhängen zu können, mußte ich eine Leiter benutzen. Ich machte den Hilfsmeister O. darauf aufmerksam, daß die Leite