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In einer früheren, von uns referierten und kritisierten Arbeit1 entwickelte der Autor eine eigene Theorie der Depersonalisation: diese beruhe stets auf einer Sexualisierung des (abstrakten) Denkens, und zwar erfolge diese Sexualisierung bei einem Denken, das nach der Art des gegengeschlechtlichen Elternteiles erfolge; empfinde das Individuum dann diese sexualisierte Denk-Identifizierung mit dem ihm gegengeschlechtlichen Elternteil als einen Widerspruch gegen die eigene Geschlechtlichkeit und suche es, sie zu verdrängen, so entstehe das Gefühl der Unwirklichkeit der eigenen psychischen Vorgänge. Charakteristisch sei, daß solche Patienten hohe Intellektualität (des andern Geschlechtes) als vom Über-Ich gefordertes Ziel erleben, und einerseits als Angstschutz, anderseits aggressiv als Waffe zu benutzen suchen.
Die vorliegende Arbeit bringt eine ausführliche und interessante Krankengeschichte zur Stützung dieser Theorie. Wir hören, wie ein Mädchen, das viele frühe Liebesversagungen ertragen mußte und im Zusammenhang damit schon früh starke sadistische Impulse entwickelte, einen Ausweg in einer Identifizierung mit dem sehr intellektuellen Vater fand, die sich als Sexualisierung des Denkens (Kopf = Penis) manifestierte. In der Schule glänzte die Patientin durch ihre Klugheit, wobei sie sich männlich fühlte, zu Hause, wo die Anwesenheit des wirklichen Vaters ihr Vater-Spielen verhinderte, begannen Unwirklichkeitsgefühle und Depersonalisationssymptome. Sie floh davor in ein starkes Tagträumen, in dem sie stets einen männlichen denkerischen Ehrgeiz entwickelte. An den Fund von Miß Searl, daß bei der Depersonalisation die Identifizierungen des Kindes mit toten Gegenständen eine Rolle spielen, erinnert der Fetischismus, den die Patientin Zeit ihres Lebens mit einem bestimmten Kissen betrieb, das offenbar ihr männliches Ich darstellte, aber auch ihren Vater und dessen Penis (in tieferer Schicht: ihre Mutter und deren Brust), durch deren Introjektion ja ihr männliches Ich entstan