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Freud hat schon im Jahre 1914 in seinem Aufsatz „Zur Geschichte der psychtoanalytischen Bewegung“ den Autor dieses Buches als „den zu Anfang so sehr verdienstvollen, später völlig verwahrlosten W. Stekel“ charakterisiert. Das obengenannte Buch ist nun, einundzwanzig Jahre später, überaus geeignet, erkennen zu lassen, wie weit Stekel sich von der Analyse entfernt hat.
Es ist begreiflich, daß ein aus einem wissenschaftlichen Kreise Entfernter schon aus Ressentiment der Lehre, der er bis dahin angehangen hat, etwas wird am Zeuge flicken wollen; daß er sich verpflichtet fühlen wird, zu behaupten, er wisse vieles besser, habe selbst neue Entdeckungen erbracht, usw. Zur Erhaltung und Wiedererhöhung seines Selbstgefühles und zur Behebung seiner Isolierung wird es z. B. nötig scheinen, die Neurosen „Parapathien“ zu nennen, u. dgl. — und eine eigene Schule zu gründen). Der Einfluß einer so überlegenen Persönlichkeit, wie der Freuds, wird aber nicht ungestraft entbehrt werden, die Gefahr weiterer Vernachlässigung der schwierigen und langwierigen Methodik der Psychoanalyse wird wachsen: das Resultat all dieser inneren Notwendigkeiten war für Stekel das Übergehen von der streng wissenschaftlichen Psychoanalyse zur Suggestion, seiner sogenannten „aktiven Psychoanalyse“.
Auch Jung und Adler sind diesen Weg gegangen, aber sie waren konsequent genug, ihre Lehre auch anders zu benennen, während Stekel leider noch immer unter der gefälschten Flagge der Psychoanalyse seine leichtsinnige und oberflächliche Methode, dem Patienten die (angeblich) intuitiv erratenen Komplexe ins Gesicht zu werfen, betreibt.
Man hört von einer Ausbildung in der „aktiven Analyse“, die wenige Monate dauert und dem Schüler sogleich Patienten anvertraut; von Übertragung und Widerstand, den Charakteristiken der Psychoanalyse, wird ganz und gar abgesehen bei seiner Methode, mehreren Ärzten zugleich einen Patienten auszuliefern, um ihn gleichzeitig zu behandeln.
Aus Freuds ernster und gründlicher Aufdeckung der Entwi