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In der Frühzeit der Psychoanalyse spielte der Affekt in Theorie und Praxis eine Hauptrolle. Freuds früheste Hypothesen gewannen ihre dynamische Bedeutung durch den Begriff der Affektbesetzung. So sagte man, die Hysterika leide unter verdrängten unbewußten Erinnerungen, und die Behandlung hatte den Zweck, diese Erinnerungen wiederzuerwecken und zugleich damit die adäquate Abfuhr der mit ihnen verbundenen Affekte zu bewirken. Die Heilung bei der kathartischen Behandlung erfolgte durch Abreagieren der Affekte. Psychische Spannung erschien zuerst als Affektspannung der Konflikt als ein Konflikt von Vorstellungen, die mit unerträglichen Affekten besetzt schienen. Bald jedoch wurde Freud durch das Studium des verdrängten Unbewußten zu den Triebproblemen geführt. Mit der Aufstellung der Libidotheorie und der Auffassung des Konflikts als eines Konflikts zwischen Ich- und Sexualtrieben geriet die ideomotorische Terminologie außer Gebrauch. Heute beherrscht die Triebterminologie das theoretische Feld. So sprechen wir eher von Objektbesetzungen als vom Affektgehalt von Vorstellungen und neigen in der Praxis dazu, diese beiden Ausdrucksweisen als synonym zu betrachten, wiewohl die genaue Beziehung zwischen Trieb und Affekt bisher keineswegs völlig geklärt ist. Die moderne Auffassung von der dreiteiligen Struktur des seelischen Apparates umfaßt ein unorganisiertes Es-Reservoir von Trieben, dessen differenzierte Anteile die organisierten Ich-, bezw. Über-Ich-Systeme darstellen. Wenngleich eine starke Tendenz besteht, die Systeme Ich und Über-Ich zu personifizieren, wenngleich wir in England eine Phase durchlaufen, die man (im Zusammenhang mit dem